Weiterbildung in IFB - Integrierte Familienorientierte Beratung®

Psychologische Beratung mit Einzelnen, Paaren und Familien

Die dreijährige berufsbegleitende Weiterbildung qualifiziert zur Psychologischen Beratung mit Einzelnen, Paaren und Familien und zur Mitarbeit im multidisziplinären Team einer Beratungsstelle.

In sieben zweiwöchigen Intensivkursen werden grundlegende Kompetenzen für die beraterisch-therapeutische Arbeit in den Arbeitsfeldern der Erziehungs- und Familienberatung, der Ehe-, Paar- und Lebensberatung sowie der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung vermittelt.

Es wird eine eigenständige Beratungsmethodik auf tiefenpsychologischer Grundlage gelehrt, die paar- und familiendynamische sowie praktisch-theologische Perspektiven integriert. Gesellschaftliche und kulturelle Kontexte sowie institutionsanalytische, rechtliche und ethische Perspektiven werden berücksichtigt.

Eine Integration der Weiterbildungsmodule in den Weiterbildungsmasterstudiengang Beratung (Master of Counseling) ist möglich. Die dafür notwendigen Zentralmodule sind an der EHS in Dresden zu studieren (weitere Informationen unter Evangelische Hochschule Dresden sowie Weiterbildungsmasterstudiengang Beratung


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Theoretisches Konzept

Unser Weiterbildungskonzept basiert auf tiefenpsychologischen Grundlagen. Dabei betrachten wir einerseits das Beziehungsgeschehen zwischen Beratenden und Ratsuchenden als zentrales Mittel diagnostischen und methodischen Handelns.

Andererseits gehen wir davon aus, dass biografisches Verstehen den Hintergrund für das Erfassen und Bearbeiten innerpsychischer unbewusster Konflikte in der Psychologischen Beratung bildet. Der institutionelle und kulturelle Kontext psychologischer Beratungsarbeit wird im Kontext relevanter soziologischer, ethischer sowie familien- und sozialrechtlicher Themen reflektiert.

Bei der Auswahl der Lehrinhalte richten wir uns nach den sich wandelnden Bedürfnissen und Problemlagen der Ratsuchenden im familiären Lebenszyklus: Letztere sind z. B. junge Erwachsene mit Ablösungskonflikten oder unverhofften Schwangerschaften, alleinerziehende Mütter oder Väter, Eltern mit Schreibabys oder verhaltensauffälligen Kindern, junge Familien mit Partnerschafts-, Schul- und Berufsproblemen, Menschen mit seelischen und körperlichen Beschwerden, Spätfolgen traumatisierender Gewalterfahrungen, mit Fragen nach dem Sinn ihres Lebens oder Ratsuchende der sogenannten „Sandwich-Generation“ mit Mehrgenerationenkonflikten in der Enkelbetreuung oder der Familienpflege hochbetagter oder dementer Eltern. Dabei orientieren wir uns am Prozess der psychischen Entwicklung des Menschen in der Familie.


Methodisches Konzept

Die Vermittlung einer den verschiedenen Arbeitsfeldern angemessenen Beratungsmethodik und spezifischer Beratungskompetenzen stellen wir in den Vordergrund dieser Weiterbildung. Das Verstehen intrapsychischer, dyadischer und triadischer Konflikte ist für den diagnostischen Zugang wesentlich.
Die beraterisch-therapeutische Kompetenzen zur Entwicklung geeigneter Interventionsstrategien lehren wir jeweils mit Blick auf die methodischen Besonderheiten 

  • der jeweiligen KlientInnengruppe (Kinder, Jugendliche und Erwachsene)
  • der jeweiligen Konflikt und Störungslagen der Ratsuchenden
  • der Wahl des jeweiligen Beratungssettings (Einzel-, Paar- und Familiensetting)

und zur Steuerung effektiver Beratungsprozesse wie:

  • Bestimmung eines geeigneten Settings und Zeitrahmens,
  • Bildung eines angemessenen Beratungsfokus,
  • Erarbeitung spezifischer Interventionstechniken für die jeweilige Phase des Beratungsprozesses (Eingangs-, Mittel- und Schlussphase)

Die für die genannten Arbeitsfelder erforderlichen beraterisch-therapeutischen Basiskompetenzen machen wir erfahrbar durch die Verzahnung folgender Elemente:

  • theoretische Wissens- und Konzeptvermittlung

  • praktisch-methodisches Training beraterischer Fertigkeiten in Rollenspiel-, Video- und Fallarbeitsgruppen

  • Ausbildung einer professionellen beraterischen Haltung

  • intensive Persönlichkeitsentwicklung in Selbsterfahrungsgruppen

  • intensives Kennenlernen des jeweiligen Praxis- und Arbeitsfeldes in der/den Praktikumsstelle/n.

Die Weiterbildung richtet sich an Menschen aus unterschiedlichen Grundberufen (Psychologie, Pädagogik, Sozialarbeit und Sozialpädagogik, Medizin, Theologie u. a.), die grundlegende Qualifikationen und professionelle Kompetenzen für die Arbeit als Psychologischer Berater/Beraterin erwerben wollen in den Arbeitsfeldern:

  • Erziehungs- und Familienberatung

  • Einzel- und Lebensberatung

  • Ehe- und Paarberatung

  • Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung

  • Abgeschlossene Hochschulausbildung in einem psychosozialen Grundberuf (z. B. Studium der Psychologie, Pädagogik, Theologie, Medizin, Sozialpädagogik, Sozialarbeit). In begründeten Ausnahmefällen können Personen mit anderer Vorbildung zugelassen werden, wenn sie fundierte Erfahrungen im psychologischen oder beraterischen Bereich nachweisen können.

  • Erfolgreiche Teilnahme an einer Zulassungstagung

  • Beschäftigung an einer Psychologischen Beratungsstelle bzw. Zusage eines Praktikumsplatzes an einer von der Evangelischen Konferenz für Familien- und Lebensberatung (EKFuL) anerkannten Beratungsstelle

  • Zusage eines Supervisionsplatzes bei einem/r anerkannten Mentor/Mentorin

Die Weiterbildung dauert drei Jahre. Sie umfasst insgesamt 505 Unterrichtsstunden Theorie und Methodik sowie 120 Unterrichtsstunden Selbsterfahrung.
Im Einzelnen sind dies:

  • ein vierwöchiges Vorpraktikum,

  • 7 zweiwöchige Intensivkurse am EZI in Berlin, jeweils in einem Abstand von ca. einem halben Jahr,

  • 6 halbjährige Praktika (stundenweise) im multidisziplinären Team einer vom Fachverband (Evangelische Konferenz für Familien- und Lebensberatung - EKFuL) anerkannten Beratungsstelle in der Region.
    Praktikumsstellen können sein:
    Integrierte Beratungsstellen, Erziehungs- und Familienberatungsstellen,
    Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen, Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen, Beratungsstellen für Kinder, Jugendliche und Eltern.

  • dokumentierte Beratungspraxis im Umfang von mind. 220 Stunden in 25 verschiedenen Beratungsfällen (10 Fälle in Einzelberatung, 5 in Paarberatung, 10 Fälle in Erziehungsberatung, davon 5 Fälle in Kinder- und Jugendlichenberatung)

  • 5 Stunden Hospitation in der Beratung nach § 219 StGB

  • 100 Supervisionssitzungen, davon mindestens
    60 Sitzungen Einzelsupervision à 50 Minuten und
    40 Sitzungen Gruppen- bzw. Teamsupervision á 90 Minuten

Die Weiterbildung gilt als abgeschlossen, wenn alle Ausbildungsbestandteile (7 Intensivkurse) und die 6 Prüfungsteile (zwei Fallarbeiten, zwei Klausuren, Colloquium zur Paarberatung, Colloquium zur Erziehungsberatung) erfolgreich absolviert sind und die entsprechenden Nachweise vorliegen (Falldokumentationen und Bestätigung der Beratungspraxis unter Supervision).

Die Weiterbildung schließt mit einem Zertifikat ab.

  • Das Zertifikat entspricht den Weiterbildungsrichtlinien und der Rahmenordnung der im Deutschen Arbeitskreis für Jugend-, Ehe- und Familienberatung (DAKJEF) bundesweit zusammengeschlossenen Fachverbände.

  • Das Zertifikat übertrifft die gemeinsamen Qualitätsstandards von bke, EKFuL und EZI für Fachkräfte im Arbeitsfeld „Erziehungsberatung“ gemäß § 28 SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz) und entspricht den Empfehlungen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter für Fachkräfte der Erziehungsberatung (BAGLJÄ, 1995).

  • Das Zertifikat berechtigt zur Beratung nach § 2 Schwangerschaftskonfliktgesetz (SchKG) und
    § 219 StGB i. V. m. §§ 5 ff. SchKG in einer dazu anerkannten Einrichtung.

  • Die Weiterbildung entspricht den ab 2014 gültigen Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Beratung (DGfB) für die Fort- und Weiterbildung in psychosozialer Beratung.

  • Das Zertifikat erfüllt die Anforderungen der „Training Standards for the European Counsellor“ und ermöglicht die Beantragung einer persönlichen Mitgliedschaft in der European Association for Counselling (E.A.C.).

 

Die Kursgebühr betragen € 710,-- pro Kurs (insgesamt € 4.970,--).

Die Honorare für die Weiterbildungssupervision sind individuell mit dem/der jeweiligen Lehrsupervisor*in (Mentor*in) auszuhandeln.

Ihre schriftliche Bewerbung senden Sie bitte an das EZI, Auguststraße 80, 10117 Berlin.

Die Bewerbung umfasst: Lebenslauf mit Foto, relevante Zeugnisse, eine persönliche Begründung des Weiterbildungswunsches und eine Bescheinigung über ein Vorgespräch mit dem/der jeweiligen Referent*in für Psychologische Beratung in Ihrer Region.

Nach erfolgreicher Prüfung der Bewerbungsunterlagen erhalten Sie eine Einladung zur Zulassungstagung.

  • Die Zulassungstagung dient dazu, Ihre Eignung einzuschätzen und Ihnen eine Unterstützung in der persönlichen Entscheidungsfindung anzubieten etwas darüber, inwieweit Sie den zeitlichen und psychischen Anforderungen der Weiterbildung und einer Tätigkeit als Berater*in entsprechen wollen und können.

  • Die Zulassungstagung gibt Ihnen auch die Möglichkeit, sich mit den Methoden des Curriculums sowie inneren und äußeren Anforderungen der Weiterbildung vertraut zu machen. Außerdem haben Sie die Gelegenheit, mit einem Mitglied des Dozent*innenteams zu sprechen und das Evangelische Zentralinstitut kennen zu lernen.

  • Die Zulassungstagung dauert 2 Tage und wird von Zulassungsmentorinnen und -mentoren aus der Region geleitet. Die Arbeitsformen sind Einzelinterviews und Gruppenarbeit mit Fallbesprechungen bzw. Rollenspiel.

  • Nach Ablauf der Tagung erhalten Sie eine schriftliche Rückmeldung über das Ergebnis.

06. bis 07. September 2019       
13. bis 14. März 2020    
01. bis 02. Mai 2020
11. bis 12. September 2020

Weitere Informationen zur Weiterbildung in IFB - Integrierte Familienorientierte Beratung®  und die aktuellen Informationen zu Ihrer Bewerbung, den Zulassungsvoraussetzungen und zum Termin der nächstmöglichen Zulassungstagung erhalten Sie über Michaela Bärthel (Kurssachbearbeiterin) Tel.: 030/28 395-270, e-mail: Baerthel@ezi-berlin.de

Weiterbildungsteam
Sabine HabighorstAchim Haid-Loh, Sabine Hufendiek, Dr. Martin Merbach, Dr. Melanie Ratzek,
Irene Spieler, Judith Tröndle