Zum Hauptinhalt springen

Angebot

Geschlechtliche Vielfalt in Beratung, Therapie und Seelsorge

Gendernonkonforme, transgeschlechtliche und nichtbinäre Personen teilen in dieser Gesellschaft die Erfahrung, dass ihre Geschlechtsidentität nicht den gesellschaftlichen und sozialen Zuschreibungen entspricht, die aufgrund ihres Körpergeschlechts an sie gerichtet werden. Trans* Personen stehen vor erheblichen Herausforderungen wie dem Umgang mit Marginalisierung, Pathologisierung und Diskriminierungen sowie Erfahrungen struktureller in individueller Gewalt. Trans* Personen müssen ihren Lebensweg immer wieder auch gegen erhebliche Widerstände gehen und einen Umgang mit Barrieren erarbeiten. Das führt zu biografischen Belastungen und macht es notwendig, spezifische Ressourcen zu entwickeln.

Konzept

In der Beratung haben trans* Klient*innen aufgrund ihrer gesellschaftlichen Positionierung spezifische Versorgungsbedürfnisse. Damit erfordert die beraterische, therapeutische und seelsorgerliche Begleitung dieser Menschen ein Wissen hinsichtlich rechtlicher, psychosozialer und medizinischer Rahmenbedingungen und Umgangsweisen mit dem Thema, Selbstreflexion der Berater*innen hinsichtlich der Bedeutung von Geschlecht und Möglichkeiten der Geschlechtspräsentation, sowie eine  Beziehungsgestaltung, in der die Berater*innen bereit sind, sich auf Unsicherheiten einzulassen und scheinbare Selbstverständlichkeiten in Frage zu stellen oder in Frage stellen zu lassen.

 

Zusammenfassung des Themenspektrums in der Fortbildung:

  • Einführung in das Thema „Geschlechtliche Vielfalt – Beratung mit trans*, inter und nichtbinären Personen und ihren Angehörigen“

  • Paradigmenwechsel in Haltung und therapeutischer und beratender Arbeit - Ansätze aktiver Entpsychopathologisierung

  • Ansprache, Kontaktgestaltung

  • Wechselwirkung zwischen Pathologisierung, Diskriminierung und Gesundheitsbelastung

  • Überblick zu rechtlichen und medizinischen Angleichungsmöglichkeiten

  • Beteiligung bei informierten Entscheidungen

  • Medizinethische Überlegungen, Feststellung der Einwilligungsfähigkeit

  • Paar- und Familiengespräche

  • Bedeutung des Kindeswohls

  • Beraterische und psychotherapeutische Aufträge entlang geschlechtsangleichender somatischer Maßnahmen

  • Arbeit mit dem Minderheitenstress-Modell - Einbeziehung von Diskriminierungserleben als wesentlichen und eigenständigen Faktor im Erklärungs- und Bedingungsgefüge sowie in die Beratungsarbeit

  • Fertilitätsprotektion, Elternschaft, Familienplanung

 

Neben der Vermittlung von Fach- und Lebensweltwissen geht es um Selbstreflexion und Anregungen zur praktischen Arbeit im Themenfeld. Bei Bedarf können gern Fallsupervision angeboten und seelsorgerische Aspekte bearbeitet werden.

 

Veröffentlichungen:

Wiesemann, C., Hädicke, M., Günther, M., Föcker, M., Siebald, M., Romer, R. (Hrsg.) (2026): Trans*Geschlechtlichkeit bei Kindern und Jugendlichen – Einführung in eine professionelle und diskriminierungssensible Gesundheitsversorgung. Springer-Verlag, Heidelberg

Teren, K., Wolf, G.F., Günther, M. (2025): Trans* und nichtbinäre Personen in der psychotherapeutischen Praxis - Ein Handbuch mit ausgewählten Schwerpunkten zu komplexen Behandlungsbedarfen. Reinhard-Verlag, München.

Wolf, G.F., Günther, M., Teren, K. (Hrsg.) (2025): Wegweiser Trans* - Anregungen für eine diskriminierungssensible Gesundheitsversorgung von trans* und nichtbinären Personen. dgvt-Verlag, Tübingen.

Günther, M., Teren, K., Bos, S., Müller-Rehberg, W., Reiner, K. (2023): Familien mit trans* und nicht-binären Kindern – Orientierung für Eltern, Jugendliche und Fachkräfte. Psychosozial-Verlag, Gießen.

Günther, Mari (2021): Unsicherheitstoleranz, Resonanzgeschehen und Respekt in der transitionsbegleitenden psychotherapeutischen Arbeit mit trans* Personen. Familiendynamik, 46 (3) 3/2021, 208-215. Klett-Cotta, DOI 10.21706/fd-46-3-208

Günther, Mari (2021): Leitfaden Trans*gesundheit; In: Geschlechtsinkongruenz, Geschlechtsdysphorie und Trans-Gesundheit. Nieder, T.O., Strauß, B. (Hg.) Psychosozial-Verlag, Gießen, 229-317

Günther, Mari; Dr. Teren, Kirsten; Dr. Wolf, Gisela (2021): Psychotherapeutische Arbeit mit trans* Personen – Handbuch für die Gesundheitsversorgung. Reinhardt-Verlag, München.

pro familia Bundesverband (2016): Psychosoziale Beratung von inter* und trans* Personen und ihren Angehörigen, Autorin: Mari Günther; Frankfurt am Main.

 

Seminarzeiten inkl. Pausen:

1. Tag: 11:00 h - 18:30 h

2. Tag: 09:00 h - 17:30 h

Zielgruppe

Familienbezogenes Fachpersonal, Beratende der Lebens-, Paar-, Familien- und Erziehungsberatung, Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie seelsorglich Tätige
Mo., 04.10.2027 | ab 11:00 Uhr
Di., 05.10.2027 | bis 17:30 Uhr
max. 18 Teilnehmende
Auguststr. 80
10117 Berlin
365 Euro

Dozent:in(nen)

Evangelisches Zentralinstitut für Familienberatung
Auguststr. 80
10117 Berlin
Inhaltliche Fragen
Martin Merbach
Organisatorische Fragen
Michaela Bärthel030 28395-270baerthel@ezi-berlin.de