In den neun Modulen der Grundausbildung, von denen zwei in virtueller Form (Basiswissen Onlinemediation) durchgeführt werden, lernen Sie, sich innerlich und äußerlich auf andere Menschen einzustellen und als Mediator:in konstruktiv zwischen verschiedenen Sichtweisen zu vermitteln. Die methodische und didaktische Konzeption ermöglicht es, dass Sie zunächst das Verfahren der Mediation im Überblick kennenlernen und sich anschließend mit jeder einzelnen Phase vertieft auseinandersetzen können.
Da inzwischen vermehrt Online-Klärungsgespräche angefragt werden, ist es wichtig, Arbeits- und Besprechungsmodelle zu entwickeln, die auf das besonders anspruchsvolle Mediationssetting im virtuellen Raum zugeschnitten sind. In den zwei Online-Modulen verfestigen Sie Ihre Kompetenzen, mit der Technik souverän umzugehen, ein Mediations- oder Verhandlungsgespräch professionell zu steuern und dabei auch ungeübte Gesprächsbeteiligte mit in den virtuellen Raum zu nehmen.
In allen Modulen erwerben Sie Kenntnisse zu relevanten konfliktheoretischen und kommunikationspsychologischen Modellen und Methoden – gleichzeitig haben die praktische Übung und die Reflexion einen hohen Stellenwert im Lernprozess. Durch ausgewählte Praxisbeispiele, passgenaue Rollenspiele und inhaltlich auf die Fallbeispiele abgestimmte Theorieinputs wird bereits in der Grundausbildung eine Spezialisierung auf den Bereich Familie ermöglicht.
Wir legen auf allen Ebenen großen Wert auf einen interdisziplinären Ansatz: Im Ausbilder:innen-Team begleiten Sie jeweils ein:e Jurist:in und ein:e Psychologin bzw. Humanwissenschaftler:in. Die Teilnehmer:innen unserer Ausbildungsgruppen kommen aus unterschiedlichen Quellberufen und sind insbesondere Menschen, die in ihrem Berufsleben mit (Beziehungs-)Konflikten in Kontakt kommen, Konfliktdynamiken verstehen und hilfreiche Lösungsstrategien entwickeln möchten. Die Vielfalt der beruflichen und persönlichen Hintergründe ermöglicht einen vertieften Einblick in verschiedene Lebens- und Arbeitsrealitäten und unterstützt die große Praxisnähe der Ausbildung. Ausbildungsbegleitend entsteht wie von selbst ein Netzwerk aus vertrauten Kolleg:innen, mit denen sich gemeinsam der Einstieg als Mediator:in planen lässt.
Durch die Doppelbesetzung im Ausbildungsteam wird eine nahe und persönliche Begleitung der Teilnehmer:innen gewährleistet. Bereits während der Ausbildung fördern wir die Entwicklung einer eigenen Mediator:innenpersönlichkeit. Individuelle Rückmeldungen und persönliche Entwicklungsgespräche unterstützen auf diesem Weg.
Ihre Ausbilder:innen verfügen über jahrelange Mediations- und Mediationsausbildungspraxis. Sie sind auf den Bereich der Familienmediation spezialisiert, vermitteln jedoch auch in anderen Bereichen, wie z. B. in Arbeitskonflikten, im (Non-)Profitbereich, an Hochschulen und politischen Institutionen sowie in Startups. Sie sind jederzeit ansprechbar und teilen ihren Erfahrungsschatz gern.
Unsere Ausbildung erfüllt die Anforderungen an eine qualifizierte Ausbildung zum:r Mediator:in  auf der Grundlage des Mediationsgesetzes und berechtigt nach Abschluss des Ausbildungslehrgangs und Nachweis von fünf in eigener Verantwortung durchgeführten und supervidierten Fällen innerhalb von drei Jahren nach Abschluss der Ausbildung dazu, den Titel „zertifizierte:r Mediator:in“ zu führen.
Die Ausbildung orientiert sich an den Qualitätsanforderungen sowie am ethischen Selbstverständnis der Verbände Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation und des Bundesverbands Mediation.
FairStreiten ist ein von der BAFM (Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation) anerkanntes Ausbildungsinstitut (www.bafm-mediation.de).

Themenschwerpunkte der einzelnen Module

Präsenzmodule:

Modul 1

  • Grundlagen der Mediation: Definition, Verfahrensprinzipien, Struktur, Rolle des:r Mediators:in
  • Regelungen des Mediationsgesetzes
  • Überblick über Ablauf und inneren Prozess des Mediationsverfahrens
  • Abgrenzung zum kompetitiven Verfahren
  • Grundlagen der Verhandlungslehre, Harvard-Konzept
  • Grundlagen der Kommunikation
  • Einführung in die Mediationstechniken
  • Einführung der Phasen 1 und 2 der Mediation
  • Einzel- und Co-Mediation

Modul 2

  • Vermittlung von Konflikttheorien, Kenntnissen über Konfliktdynamiken und Konfliktanalyse, Arbeit mit Hypothesen
  • Vertiefte Bearbeitung und Umsetzung der Phasen 1 und 2
  • Erweiterung des „Methodenkoffers“, Weiterführung Mediationstechniken, insbesondere Typen offener Fragen, Bedeutung und Umsetzung des Aktiven Zuhörens, Bedeutung und Möglichkeiten von Visualisierungstechniken
  • Herausarbeiten und Formulieren von Themen
  • Praktisches Erproben und geleitete Reflexion

Modul 3

  • Einführung und vertiefte Bearbeitung der Phase 3 der Mediation als Kernstück
  • Emotionale Beteiligung, Umgang mit eigenen Emotionen und der Beteiligten
  • Erweiterung des „Methodenkoffers“, insbesondere Doppeln und Perspektivwechsel
  • Weiterführung, Vertiefung und Interventionstechniken zum Thema Konfliktkompetenz und Konflikttheorie – u.a. Gewaltfreie Kommunikation
  • Erkennen und Ansprechen von Konfliktdynamiken, konstruktives Einbringen in den Mediationsprozess

Modul 4

  • Einführung und vertiefte Bearbeitung der Phase 4
  • Einführung und Umsetzung weiterer Mediationstechniken, insbesondere Brainstorming, Kartenabfrage, Mindmapping, Einzelgespräche, Shuttle-Mediation
  • Bedeutung des Rechts innerhalb der Mediation: Gesellschaftliche Prägung; Besonderheiten im Kontext gerichtlicher Verfahren
  • Entwicklung von Fairness- und Gerechtigkeitskriterien und Bedeutung des Rechts; Entwicklung von Entscheidungskriterien
  • Erkennen und Umgang mit rechtlich relevanten Sachverhalten, Rollenklarheit
  • Einbindung externer (Rechts-) Beratung
  • Einbeziehung Dritter
  • Eingangsvereinbarung als Rahmen für die Mediation

Modul 5

  • Einführung, Vertiefung und Umsetzung der Phasen 5 und 6
  • Rechtliche Regelungen zur Mediation (insbesondere Rechtsdienstleistungsgesetz, Vorbefasstheit im Sinne des Mediationsgesetztes, Mediationsvereinbarung, Einbeziehung der Rechtsanwält:innen, Berufsrecht, Vergütung, Abschlussvereinbarung und Vollstreckbarkeit; Haftung)
  • Verhandlungstechniken und -kompetenz
  • Vertiefung Kreativitätstechniken und ihre Anwendung
  • Risikoabwägung und Evaluation einer Mediation

Modul 6

  • Phase 0 – Auftragsklärung einer Mediation
  • Vor- und Nachbereitung von Mediationen
  • Haltung / Persönliche Kompetenz / Rollenverständnis
  • Grenzen der Mediation
  • Umgang mit eigenen Gefühlen
  • Selbstreflexion, Fallreflexion und Umgang mit Blockaden und schwierigen Situationen
  • Gestaltung von Phasenübergängen
  • Mehr-Personen-Konflikte – Modifikation des Verfahrens
  • Vergleich von Arbeitsfeldern und Anwendungsgebiete
  • Exkurs: Online-Mediation und digitale Kompetenzen
  • Exkurs: Einzelgespräche in der Mediation

Modul 7

  • Dokumentation und Protokollführung
  • Vertiefung Anwendungsfelder der Mediation
  • Vertiefung zum Thema Umgang mit Blockaden/schwierigen Situationen, Machtungleichgewichten, Interventionstechniken
  • Reflexion des eigenen Lernprozesses
  • Mediative Haltung und persönliche Grenzen in der Mediation
  • Bilanzphase in einer Prozessgestaltung, Beenden von Prozessen
  • Unterstützung des beruflichen Übergangs, z.B. Gestaltung von Auftritten, Einstiegsmöglichkeiten, Konkretisierung der anstehenden Schritte

Onlinemodule:
Tag 1: Grundlagen der Online-Mediation

  • Technische Möglichkeiten und Voraussetzungen für eine Online-Mediation
  • Auswahl des geeigneten Videokonferenz-Tools: Worauf ist zu achten? (insbesondere Datenschutz und Vertraulichkeit)
  • Tools und Techniken zur Visualisierung von Gesprächsinhalten
  • Präsenz und Wirkung im virtuellen Raum
  • „Onboarden“ der Mediationsparteien
  • Tools zur Unterstützung der Verfahrenswahl
  • Best-Practices für die Gesprächsführung und Moderation zwischen den Beteiligten (inklusive verschiedener Settings im Videokonferenz-Tool)

Tag 2: Besonderheiten in der Online-Mediation

  • Phasenablauf in virtuellen Mediationen
  • Rahmung von Mediationsgesprächen – Vertrauen fördern
  • Umgang mit der Vertraulichkeit in der Online-Mediation
  • Klärung und Vertiefung von Hintergründen und Perspektiven
  • Best Practices und Techniken
  • Praxis und Reflexion
  • Online-Mediation durchführen und selbst erleben
  • Rollenspiel von A-Z
  • Umgang mit schwierigen Situationen im virtuellen Raum
  • Rolle und Haltung in der Online-Mediation

Angewandte Methoden in den Modulen:
Wissensvermittlung in der großen Gruppe mit einem variantenreichen Angebot an Medien, Rollenspiele und Fallarbeit in Kleingruppen, Selbsterfahrungsanteile, Kleingruppenarbeit, Intervision, Supervision, Peergruppenarbeit

Zusätzlich buchbar
Supervision zum Kennenlernen der professionellen Reflexion der mediatorischen Tätigkeit an drei Abenden

Abschlussqualifikation
Die Grundausbildung umfasst 130 Zeitstunden und wird gemäß der Standards der Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation und des Bundesverbandes Mediation e.V. durchgeführt. Die Grundausbildung orientiert sich an der sogenannten Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren (ZMediatAusbV), welche am 1. September 2017 in Kraft getreten und zum 01.03.24 geändert worden ist. Inhalt, Umfang und Qualität der Ausbildung entsprechen der Vorgaben des § 5 Abs. 1 Mediationsgesetz.

Wir vermitteln Ihnen einen breiten Überblick über Techniken und verschiedene Anwendungsgebiete der Mediation zusätzlich zur Familien-Mediation. Nach Abschluss der Grundausbildung erfüllen Sie die Voraussetzungen für den Titel “zertifizierte:r Mediator:in“, wenn Sie innerhalb von drei Jahren nach Abschluss des Ausbildungslehrganges fünf eigene supervidierte Mediationen durchgeführt haben.
Es besteht die Möglichkeit, dass sich die Absolvent:innen des Grund- und des Aufbaukurses Familienmediation nach den Richtlinien des Bundesverbandes Mediation (BM) und/oder der Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation (BAFM) zertifizieren bzw. lizenzieren lassen können. Dafür ist ein Zusatzmodul im Aufbaukurs notwendig, weswegen wir darum bitten, sich bei dem Wunsch nach einer entsprechenden Zertifizierung im Vorfeld oder während der Ausbildung an die Ausbilder:innen zu wenden.
Grundsätzlich gilt, dass Sie als Zertifizierte:r Mediator:in oder einer vergleichbaren Qualifikation nach Absolvierung des Aufbaukurses Familienmediation die Möglichkeit haben, die jeweilige Verbandsanerkennung zu erreichen, wenn Sie 5 Mediationsfälle durchgeführt und supervisorisch haben begleiten lassen und diese 5 (BM) bzw. 2 (BAFM) Mediationsfälle dokumentiert haben. Voraussetzung ist dabei dann auch die Verbandsmitgliedschaft.

Kurszeiten Präsenzmodule
Modul 1: 06. – 08.12.24
Modul 2: 10./11.01.25
Modul 3: 14./15.02.25
Modul 4: 28./29.03.25
Modul 5: 09./10.05.25
Modul 6: 13./14.06.25
Modul 7: 11./12.07.25
Die Präsenzmodule finden jeweils von 10:00 bis 19:00 Uhr statt.

Kurszeiten Onlinemodule
Tag 1: 16.12.24
Tag 2: 10.03.25
Die Onlinemodule finden jeweils von 9:00- 14:30 Uhr statt.

 

Ein Infoabend findet am Donnerstag, 17.10.2024 um 18.00 Uhr im EZI Berlin statt. Wir informieren Sie über die Inhalte und Rahmenbedingungen der Ausbildung und freuen uns auf Ihre Fragen. Des Weiteren bietet der Infoabend die Möglichkeit, zwei Ausbilder:innen der Grundausbildung sowie die Räumlichkeiten des EZI kennenzulernen. Wir bitten um Anmeldung. Hier
Ein Online-Infoabend findet am Dienstag, den 17.09.2024 um 18.00 Uhrstatt. Auch hier informieren zwei Ausbilder:innen über die Inhalte und Rahmenbedingungen der Ausbildung und sind auf Ihre Fragen gespannt. Wir bitten ebenfalls um Anmeldung.
Sie sind darüberhinaus jederzeit herzlich eingeladen, sich auf unserer Webseite ein Bild von den Örtlichkeiten zu machen und natürlich auch sich mit einer der Ausbildungsleiter:innen für ein unverbindliches Vorgespräch per Telefon, online oder direkt zu verabreden. Hier