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Mo, 17.01.2022 | 09:30 Uhr – Mi, 19.01.2022 | 16:30 Uhr  Kursgebühr: 475 €

"Gemeinsam Getrennt Erziehen" - Paradoxon und Herausforderung für die Beratung?

Was hilft wann und für wen? Ein Best-Practice-Seminar mit Expert*innen aus Beratungspraxis, Wissenschaft und Familienrecht

„Gemeinsam getrennt erziehen“, so bezeichnete 2017 die damalige Familienministerin Katarina Barley die Aufgabe von Eltern nach einer Trennung oder Scheidung. Und dies ist – so das Ergebnis einer von ihr beauftragten Studie – auch der Wunsch der meisten Eltern. Eine möglichst ausgewogene Betreuungsaufteilung scheint inzwischen die vorherrschende gesellschaftliche Idealvorstellung zu sein.

Dass diese Aufgabe dennoch keine leichte ist, erleben Berater*innen fast täglich in herausfordernden Beratungsprozessen zu Umgangs- und Sorgerechtskonflikten. Da viele solcher Beratungen im Kontext familiengerichtlicher Verfahren stattfinden, verlangen sie den Fachkräften zusätzliche Kenntnisse und methodische Kompetenzen ab, um sich im unwegsamen Gelände spannungsgeladener Konflikte, starker Affekte mit Ansteckungsgefahr, Sorge um die betroffenen Kinder und der Vernetzung mit vielfältigen Akteuren der Helfersysteme zurecht zu finden. Um die Orientierung und Sicherheit zu stärken, setzt sich das Seminar mit folgenden Fragen auseinander:

  • Ist Beratung das richtige Angebot? Wenn ja: in welchem Setting?
  • Was unterscheidet Beratung von Mediation und wem hilft was?
  • Wie wird angesichts der Erwartungen von Eltern, Jugendamt oder Familiengericht mit der Frage der Schweigepflicht umgegangen?
  • Wie streng sollten welche Grenzen gewahrt bleiben, wieviel Flexibilität ist hilfreich?
  • Sollten Kinder mit einbezogen werden? Wenn ja: wann, wie und mit welchem Ziel?

Je sicherer Berater*innen diese Fragen für sich beantworten können und eine klare Haltung in ihrer Arbeit entwickeln, desto wirksamer werden sie mit den Familien arbeiten und selbstbewusster im Kontakt mit Fachkräften anderer Institutionen sein.

Dieses Seminar wird dazu Wissen vermitteln, bewährte Konzepte vorstellen und zu Selbstreflektion und Erfahrungsaustausch anregen. Dies geschieht multiperspektivisch und integrativ aus der Perspektive von langjähriger Beratungspraxis und Konzeptentwicklung, Wissenschaft und Familienrecht.

Ziel ist es, Sicherheit zu gewinnen

  • in der Begegnung mit Familien in Trennungskonflikten
  • im Finden einer eigenen Haltung
  • in der Erarbeitung eines Konzeptes innerhalb der Beratungsstelle
  • im fachlichen Clearing von Indikations- und Settingfragen
  • in der eigenen Rolle und Verantwortung
  • im Umgang mit anderen Institutionen

Methoden

  • Vorträge
  • Fallreflektionen
  • Selbsterfahrung

Zielgruppe

Erziehungsberater*innen, Fachkräfte der Trennungs- und Scheidungsberatung, Familienmediator*innen und -therapeut*innen und andere Mitarbeitende der institutionellen Beratung und Jugendhilfe.

 

Dozent*in(nen): Katrin Normann, Ulrike Buchner, Dr. Jörg Fichtner

Anmeldung

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