Prävention vor sexualisierter Gewalt in Institutionen
„Das passiert doch hier nicht“ - Sexualisierte Gewalt in Organisationen – ein Thema (auch) für Supervisor*innen und Berater*innen
Überall dort, wo Arbeitsfelder durch asymmetrische Machtverhältnisse bestimmt sind, befinden sich Klient*innen, Kund*innen, Patient*innen, Teilnehmende in Abhängigkeit von der Begleitung, Betreuung und Pflege durch haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende. Hier finden immer wieder Formen von Gewalt – auch sexualisierte Gewalt – statt. Supervisor*innen und Berater*innen sollen für diese Vorkommnisse sensibilisiert sein. Sie müssen diese Phänomene als eine mögliche Perspektive und Ursache mitdenken, wenn sie mit konflikthaften Teams arbeiten, die tief gespalten sind oder wenn in der Supervision Vorfälle auf der supervisorischen Ebene be- und aufgearbeitet werden sollen.
Konzept
In Supervision und Coaching kann eine der Ursachen von ungeklärten, langwierigen Konflikten in Teams auch darin liegen, dass Vorkommnisse von sexualisierter Gewalt mit allen Beteiligten nicht benannt und somit nicht aufgearbeitet wurden.
Vorkommnisse von sexualisierter Gewalt werden oftmals tabuisiert. Die Kultur innerhalb der Organisation bezogen auf Fehlerfreundlichkeit sowie den Umgang mit Konflikten und Machtasymmetrie tragen maßgeblich dazu bei, ob Bedingungen und Dynamiken, die zu übergriffigem Verhalten auf allen möglichen Ebenen führen (Mitarbeitende gegenüber Klient*innen, Klient*innen untereinander, Klient*innen gegenüber Mitarbeitenden), wahrgenommen, thematisiert, gestoppt und aufgearbeitet werden können.
Die Erfahrungen und Veröffentlichungen der letzten Jahre , z.B. die ForuM-Studie zu Vorfällen von sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche und Diakonie machen deutlich, dass Betroffene meist nicht geschützt waren und es an verbindlichen Strukturen, Verfahren und Abläufen gefehlt hat, um sexualisierte Gewalt zu erkennen, zu benennen und entsprechende Konsequenzen wirksam werden zu lassen. Derartige Vorfälle hinterlassen sowohl traumatisierte Menschen als auch traumatisierte Organisationen und verursachen, wenn sie öffentlich werden, gespaltene Teams.
Die Entwicklung und Implementierung von Schutzkonzepten gegen sexualisierte Gewalt ist eine Konsequenz, die zu einer nachhaltigen Haltungsänderung in Organisationen im Sinne der Achtsamkeit und Aufmerksamkeit führen soll.
Zielgruppe des Seminars sind neben Supervisor*innen und Berater*innen auch interessierte Mitarbeitende von Organisationen, die mit Hintergrundinformationen zu der Thematik ihre Ideen und ihr Handwerkszeug erweitern möchten.
Supervisor*innen erlangen mehr Sicherheit und erweitern ihre Kompetenzen. Supervision kann somit einen wichtigen Beitrag zur Prävention leisten als Ort, an dem diese Themen benannt und mit bearbeitet werden.
Inhalte
• Grundlagen zu „sexualisierter Gewalt“
• Strategien von Täterinnen und Tätern
• Begünstigende Systeme für Vorkommnisse von sexualisierter Gewalt
• Auswirkungen und Nachwirkungen von Traumatisierungen in Organisationen und
Einrichtungen
• Folgen von Vorkommnissen für die Mitarbeiter*innen in Organisationen
• Bestandteile von Schutzkonzepten gegen sexualisierte Gewalt
• Fragestellungen für Supervision und Coaching
Katharina Loerbroks ist seit vielen Jahren Expertin auf diesem Gebiet. Sie hat als Referentin sowohl den Runden Tisch Heimerziehung des Bundestages begleitet als auch die Entwicklung von Schulungsmaterial sowie die Umsetzung und Implementierung von Schutzkonzepten mit verantwortet.
Als Supervisorin für Teams und Coach für Führungskräfte hat sich ihr Blick auf Phänomene durch diese Arbeit erweitert und geschärft.
Zielgruppe
Supervisor*innen und CoachesBeratende im berufsbezogenen Kontext
Di., 31.03.2026 | bis 16:00 Uhr
10117 Berlin
Dozent:in(nen)
Auguststr. 80
10117 Berlin

