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Mo, 05.09.2022 | 10:00 Uhr – Di, 06.09.2022 | 17:30 Uhr  Kursgebühr: 335 €

Wie der frühe gemeinsame Tanz gelingen kann

Beratung und Begleitung in der frühen Elternschaft als besonderes Angebot der Erziehungs-, Familien- und Schwangerschafts-(konflikt)beratung

Schwangerschafts(konflikt) und Erziehungs- und Familienberatungsstellen gehören zu einer der wichtigsten Säulen in unserer Versorgungslandschaft, wenn Eltern Fragen oder Schwierigkeiten in der Schwangerschaft, bei der Geburt oder in der frühen Erziehung ihrer Kinder haben. Doch immer noch sind spezifische Angebote für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern nicht überall etabliert. Auch wenn durch die Frühen Hilfen in Deutschland Eltern mit Babies sehr frühzeitig z.B. durch Familienhebammen oder Familienzentren begleitet werden, reichen diese Hilfen vor Ort manchmal nicht aus. Beratungsstellen mit ihren spezifischen diagnostischen, beraterischen und therapeutischen Fachkompetenzen werden immer noch zu wenig in das Setting Früher Hilfen einbezogen und genutzt. Dabei können sie gerade durch ihre fachlichen Kompetenzen eine ganz besondere Rolle spielen und dazu beitragen, dass Elternschaft von Anfang an gelingen kann.

Konzept:

Die frühe Eltern-Kind Beziehung ist für das gesunde Aufwachsen eines Kindes in den ersten Lebensjahren von großer Bedeutung. Gleichzeitig gilt es einzigartige Herausforderungen zu meistern – für Eltern wie auch für die Babies.

Wie in der Musik durch Rhythmus, Klang, Dynamik und Form Vorstellungen und Empfindungen transportiert werden, so ist auch die frühe Kommunikation zwischen Eltern und Kind von besonderen Elementen geprägt. Über die Stimme, den Rhythmus der Bewegungen, die Dynamik der Handlungen vermitteln Eltern ihrem Kind präverbale Botschaften, die das kleine Kind aufnimmt und darauf reagiert. Ein gelungenes Beziehungsgeschehen zwischen Eltern und Kind ist dadurch gekennzeichnet, dass die Bedürfnisse und Fähigkeiten aufeinander abgestimmt sind. Kleine Kinder nehmen, entsprechend ihrem Entwicklungsalter, Ereignisse auf sensorischer Ebene wahr, passen sich in ihrem Verhalten dem affektiven Niveau ihrer Eltern an und teilen sich nichtsprachlich mit. Gleichzeitig reagieren auch die meisten Eltern feinfühlig und lernen ihr Kind immer besser zu verstehen.

Trotzdem erleben sich Eltern auch oft als hilflos und überfordert. Sie sind vielleicht in der ersten Zeit selbst sehr bedürftig und psychisch belastet und "verstehen" ihre Kinder nicht. Es kann dann zu sich wiederholenden Missverständnissen kommen. Gemeinsame spielerische Abstimmungsprozesse sind immer seltener oder sind vollständig unterbrochen. Ist der emotionale Austausch zwischen Eltern und Kind gestört, können z. B. unstillbares Schreien, Schlafstörungen, übermäßiger Trotz oder Bindungsunsicherheit eine Folge sein.

Um Dysregulationen und Irritationen in dieser frühen Zeit möglichst rechtzeitig zu unterbrechen, wurden in den letzten Jahren unterschiedliche beraterisch/therapeutische Konzepte entwickelt, die in dieser Phase der Elternschaft effektiv unterstützen und das Familiensystem wieder balancieren können.

Inhalt

In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit folgenden thematischen Schwerpunkten:

  • Die frühe Eltern-Kind-Beziehung und ihre Bedeutung für die Persönlichkeitsentwicklung
  • Sensibilisierung der Eltern für Signale und Bedürfnisse der Babys
  • Merkmale gelingender affektiver Kommunikation
  • Besonderheiten der Eltern-Kind-Beratung und der „Frühen Hilfen“
  • Beraterische, therapeutische Interventionen bei frühen Interaktionsstörungen

 

Arbeitsweise

Die Arbeitsweise ist praxisorientiert und verbindet Informationsvermittlung und gemeinsame Reflektion mit Videodemonstrationen. Es wird ausreichend Zeit geben, an Beispielen und Erfahrungen der Teilnehmenden zu arbeiten.

 

Zielgruppe

Fachkräfte der Ehe-, Familien-, Lebens-, Erziehungs- Jugend- und Schwangerschafts(konflikt)beratung, Psychotherapeut*innen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut*innen.

Dozent*in(nen): Bärbel Derksen

Anmeldung

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