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Fr, 12.02.2021 | 19:00 Uhr – Sa, 13.02.2021 | 16:00 Uhr  Kursgebühr: 230 €

Unbedingt radikal. Therapie und Beratung mit einer schwierigen Klientel - Vortrag und Workshop

Vortrag:         12.02.2021 – 19:00-21:15 h  
Workshop:     13.02.2021 – 09:00-16:00 h 

In einer Mediengesellschaft sind politische Radikalisierung, religiöser Fundamentalismus, verschwörungstheoretische Überzeugungen nicht nur ein gesellschaftliches Problem. Auch in unseren Beratungsstellen und therapeutischen Praxen werden wir zunehmend mit Ansichten über Gott und die Welt konfrontiert, die uns irritieren. Lieber würden wir doch die Person dahinter sehen wollen, mit der wir arbeiten. Doch Selbst- und Weltbild sind nicht voneinander zu trennen, vor allem nicht bei Menschen in Not. Was also tun, wenn bei der Beratung von Klienten, in der Behandlung von Patienten, im Verlauf von Gruppentherapien oder generell bei der Arbeit mit Gruppen radikale Meinungen geäußert werden. Sollen wir sie ignorieren, ihnen widersprechen, sie hinterfragen? Handelt es sich vielleicht nur um problematische Versuche, persönliche Lebensprobleme zu bewältigen? Hier sind auch unsere eigenen Überzeugungen berührt, sodass zusätzlich die Frage von Übertragung und Gegenübertragung ins Spiel kommt. All das stellt einerseits eine Belastungsprobe für die therapeutische oder Beratungsbeziehung dar. Andererseits liegt darin auch eine Chance, mit dem Patienten oder Klienten zusammen die innere Verbindung zwischen seiner Selbst- und seiner Weltbeziehung zu erforschen, womöglich mehr über Geschichte und Art seiner seelischen Störung, seines Leidens an der Welt, seiner Alltagsprobleme zu erfahren. 

Der Vortrag behandelt die Psycho- und Soziodynamik weltanschaulicher oder religiöser Radikalisierung. Im Seminar wird an eigenen Beratungs- und Behandlungsfällen aus der Praxis der Teilnehmer*innen gearbeitet. Beidesmal aus Sicht einer modernen Psychoanalyse, die auf das Beziehungsgeschehen schaut, auf das, was zwischen Menschen passiert.

Themenfeld

politischer Radikalismus, religiöser Fundamentalismus, Verschwörungstheorien; soziale, psychische, religiöse, weltanschauliche Quellen; Selbst- und Weltbild; Intersubjektivität; Rolle der Medien

Vortrag: öffentlich. Im Workshop wird praktisch und theoretisch an Fällen aus der beruflichen Erfahrung der Teilnehmer*innen gearbeitet.

Zielgruppe

Therapeut*innen; Berater*innen, Erzieher*innen, Helfer*innen in Einrichtungen, Jugendamtsmitarbeiter*innen; Pfarrer*innen; Gemeindemitarbeiter*innen.

Dozent*in(nen): Dr. Martin Altmeyer

Anmeldung

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