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Mi, 01.06.2022 | 14:00 Uhr – Fr, 03.06.2022 | 12:30 Uhr  Kursgebühr: 345 €

Systemherausfordernde Kinder und Jugendliche im Spannungsfeld von Schule, Familie und helfenden Institutionen

Es scheint eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen zu geben, an denen Helfende in Jugendhilfe und psychiatrischem Versorgungssystem verzweifeln. Hilfs-/Schutzbedürftige und Helfende kommen einfach nicht zusammen und schon gar nicht zu gemeinsamen Lösungen. Der Konflikt scheint dabei so bedeutsam zu sein, dass es mittlerweile sogar auch eine Rezeption in Film und öffentlichen Medien gibt. Im Tenor dieser Debatte wird dramatisch von einer Sprengung des Systems gesprochen, was sowohl die Dringlichkeit als auch die Ohnmacht im Umgang mit diesen Kindern und Jugendlichen deutlich macht.

Inhalt

In diesem Seminar wird die besondere Problematik in der Zusammenarbeit mit strukturell gestörten Kindern und Jugendlichen erläutert. Dabei werden Kenntnisse über die Dimensionen struktureller Störungen und über Bindungsverhalten vermittelt, sowie darüber, wie sich ein beeinträchtigtes Bindungsverhalten ausdrücken kann und für spezifische Probleme im Beratungs- und Betreuungskontext relevant ist.

Ziel der Fortbildung ist es, den teilnehmenden Fachkräften auf Grundlage eines psychodynamischen und systemischen Verständnisses einen Überblick über die scheinbar unlösbaren Verstrickungen der Akteure und Institutionen zu geben. Den Teilnehmenden soll ein Reflexionswerkzeug an die Hand gegeben werden, dass sie ermächtigt, Hilfeprozesse mit den zur Verfügung stehenden Ressourcen bestmöglich zu konzipieren und eigene schwierige Gefühle von Ohnmacht und Wut als prozessbegleitende Wirkfaktoren zu verstehen und einzuordnen.

Anhand von Fallbeispielen werden mögliche Handlungsalternativen entwickelt, die eine aktive und kreative Entwicklung von Hilfsansätzen im Umgang mit Kindern, Jugendlichen und deren Familien ermöglichen sollen, die häufig in Zwangskontexten auf die Beratenden/Helfenden treffen. Dabei soll auch der Frage nachgegangen werden, inwiefern auch schwer erreichbare Eltern aktiviert und als Partner*innen gewonnen werden können.

Wir möchten dazu einen Blick auf die im Netzwerk zahlreich vorhandenen Ressourcen werfen und dabei vorhandenes Wissen über Verantwortlichkeiten, Handlungsspielräume und zeitlich günstige/ungünstige Abfolgen von Unterstützungsangeboten vertiefen.

Arbeitsweise

Im Seminar wird zunächst theoretisches Basiswissen vermittelt, um die Besonderheiten und Schwierigkeiten im Beziehungserleben und der Beziehungsgestaltung der betroffenen Kinder und Jugendlichen einordnen zu können.  Darüber hinaus soll praktisch anhand von Fallbeispielen und Fallfragen daran gearbeitet werden, Reinszenierungen und Übertragungen in Bezug auf das Helfersystem zu erkennen.  Die Teilnehmenden sind hier explizit eingeladen, zwei Wochen vor dem Seminar Fallbeispiele bzw. Fallfragen bei den Dozentinnen einzureichen.
 
Zielgruppe
Fachkräfte der Familien-, Erziehungs- und Jugendberatung, sowie der Schulsozialarbeit, der Hilfen zur Erziehung, und der kinder- und jugendpsychiatrischen Sozialdienste, pädagogische und psychologische Fachkräfte der Jugendhilfe, Mitarbeiter*innen der Jugendämter und Lehrer*innen.

Dozent*in(nen): Janine Luttermann, Loretta Ihme

Anmeldung

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