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Do, 08.09.2022 | 14:30 Uhr – Sa, 10.09.2022 | 12:30 Uhr  Kursgebühr: 335 €

Sexualität und Sexualisierung

Zur Psychodynamik von pornografischen Süchten

Hintergrund:

Auf der einen Ebene sind wir umgeben von Sexualität. Ob Autos, Unterwäsche, Schokolade, Eis, Urlaubsorte, Getränke, Fernsehshows: alles wird sexuell konnotiert und verkaufsfördernd eingesetzt. In Talkshows, in den Medien werden alle möglichen Spielarten von menschlicher Sexualität öffentlich inszeniert. Es scheint keine Tabus mehr zu geben. „50 Shades of grey“, ein Fortsetzungsroman über eine sadomasochistische Beziehung, erreichte Millionenauflagen. Pornografie ist im Netz allgegenwärtig und hat am meisten Suchanfragen und clicks. Dennoch fällt es uns in Beratung und Behandlungen oft nicht leicht über sexuelle Themen und Details zu sprechen, die für das Verständnis von sexuellen (Sucht-) Symptomatiken wichtig sind.

Aus dem einst mächtigen Trieberleben, das mit schweren Schuldgefühlen einhergehen konnte, scheint heute ein oberflächliches Freizeitvergnügen geworden zu sein. Es sind nicht mehr die sexuellen Wünsche, die bedrohlich sind, sondern die Wünsche nach Liebe, nach Beziehungen, in die man sich regressiv fallen lassen kann. Die Sexualisierung, d.h. die Nutzung der Sexualität zu Zwecken der Abwehr, eignet sich zur triumphalen Überwindung von regressiven Ängsten und Sehnsüchten.

Vor diesem Hintergrund soll u.a. der steigende, und z.T. suchtartige Pornografiekonsum von Männern psychodynamisch betrachtet werden.

Inhalte:

Wir werden uns zunächst mit dem psychodynamischen Verständnis von Sexualität beschäftigen, um vor diesem Hintergrund die Formen suchtartiger Sexualität besser zu verstehen. Die Pornografiesucht und die Kinderpornografie werden hierbei einen besonderen Stellenwert einnehmen.

Vorgehen:

Theoretischer Input, Fallarbeit, Rollenspiele, Kleingruppenarbeit

In der (supervisorischen) Fallarbeit wird es darum gehen, die Psychodynamik hinter der sexuellen (Sucht)Symptomatik zu verstehen und eine Beratungs-bzw. Behandlungsidee zu entwickeln. Die Teilnehmer*innen werden gebeten eigene Fälle mitzubringen, dies ist aber keine Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar.

Zielgruppe

Berater*innen in den Bereichen Paar- und Sexualberatung, Lebensberatung, Erziehungs- und Familienberatung; Psychoherapeut*innen.

 

Dozent*in(nen): Dr. Sonja Düring

Anmeldung

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