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Mo, 21.09.2020 | 15:00 Uhr – Fr, 25.09.2020 | 12:30 Uhr  Kursgebühr: 495 €

Sexualberatung mit Einzelnen und Paaren - Vertiefungskurs

Sexualberatung mit Einzelnen und Paaren

Vertiefungskurs 2020

(Grund- und Vertiefungskurs wurden von der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS) zertifiziert und orientieren sich formal und inhaltlich am Curriculum 1 „Sexuologische Basiskompetenzen“, siehe auch www.dgfs.info.)

Voraussetzung für die Teilnahme:
Besuch des Grundkurses Sexualberatung im EZI oder bei pro familia oder Basiskurs Sexualmedizin der Ärztekammer Hamburg.

 

Ziel dieses Kurses ist es, die im Grundkurs erworbenen sexuologischen Basiskompetenzen zu vertiefen, um die TeilnehmerInnen in die Lage zu versetzen, frühzeitig adäquate Hilfe bei sexuellen Problemen anbieten zu können sowie ihre Überweisungskompetenz zu schulen. Nach dem Kurs sollen die TeilnehmerInnen in der Lage sein, unterschiedliche innerpsychische, partnerschaftliche, soziokulturelle und körperliche Ursachen bei sexuellen Problemen zu erkennen und abzuklären, eine Sexualberatung durchzuführen und notwendige Abklärungen in die Wege zu leiten.

 

Sexualstörungen sind ein häufiger, oft nicht explizit genannter Anlass für das Aufsuchen einer Beratungsstelle oder einer Arztpraxis, weil sexuelle Schwierigkeiten massive Auswirkungen auf das körperliche und seelische Befinden sowie auf die Partnerschaft haben können.

Häufig fällt es den Klienten aber schwer, dieses Beratungsanliegen auch deutlich zu machen, ebenso haben BeraterInnen und ÄrztInnen häufig Hemmungen, sexuelle Themen anzusprechen, weil sie sich für diese Fragen ungenügend ausgebildet fühlen.

 

Anhand von Fallbeispielen wird die Abklärung und Beratung der häufigsten sexuellen Störungen wie Lustlosigkeit, weiblichen Erregungsstörungen, Erektionsstörungen,  Orgasmusstörungen sowie Schmerzen beim Verkehr geübt. Wir versuchen zu klären, was in einer Sexualberatung möglich ist, wann eine Sexualtherapie indiziert ist und wann eine medizinische Abklärung erfolgen sollte.

 

Neurobiologische und körpertherapeutische Erkenntnisse über die Wechselwirkung von Körper und Psyche werden einbezogen. So helfen uns z. B. die Theorie des Körpergedächtnisses (s. J. Bauer: „Das Gedächtnis des Körpers“), die Theorie des „Embodiment“ (Hüther et. al.) wie auch Beobachtungen von Körpertherapeuten und Säuglingsforschern wie George Downing und Daniel Stern, sexuelles Lernen und sexuelle Kommunikation besser zu verstehen und sexuelles Umlernen zu fördern.

 

Folgende Aspekte werden behandelt:

  • Sexualanamnese - ressourcen- und lösungsorientiert
  • Die sexuelle Biografie: Sexualität und sexuelle Probleme in verschiedenen Lebensphasen
  • Geschlechtsspezifische Übertragung und Gegenübertragung - mögliche Auswirkungen auf den Beratungsverlauf
  • Lustlosigkeit bei Frauen und Männern - Ursachen, Hintergründe, Unterschiede - Möglichkeiten der Veränderung
  • Entwicklung sexueller Störungen auf dem Hintergrund asymmetrischer Kommunikations- und Machtstrukturen
  • Einzel- und Paartherapie bei sexuellen Störungen nach sexueller Traumatisierung
  • Wenn Liebe weh tut - körperliche und psychische Ursachen von Schmerzen beim Verkehr
  • Wenn der Körper einer Frau Nein sagt zum Sex- Hintergründe und Therapie beim Vaginismus
  • Supervision eigener Fälle

 
 
Arbeitsweise
Praxisorientiertes Vorgehen:
Inputreferate, Rollenspiele, Falldemonstrationen, auch anhand von Videos.
Supervision eigener Fälle , interkollegialer Austausch sowie Selbstreflexion in Bezug auf eigene sexuelle Normen und Tabus


Empfohlene Vorbereitung
Literaturstudium:
Ecker, D.:
Aphrodites Töchter. Kösel-Verlag, 2000
Buddeberg, C.:
Sexualberatung. 4. Aufl. - Stuttgart: Thieme, 2005
 
Hauch et. al.:
Paartherapie bei sexuellen Störungen - Das Hamburger Modell: Konzept und Technik. -
5. Auflage- Stuttgart: Thieme, erscheint Sept. 2019
 
Bauer, J.:
Das Gedächtnis des Körpers, Piper-Taschenbuch, 11. Aufl. 2007
 
 
Zertifikat
Zusätzlich können die Teilnehmer durch den Besuch von Grund- und Vertiefungskurs das Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung (DGfS) für das Curriculum 1 „Sexuologische Basiskompetenzen" erwerben. Der Kurs ist dafür bereits von der DGfS akkreditiert worden.
Dafür sind von jedem Teilnehmer/jeder Teilnehmerin eine zusätzliche Akkreditierungsgebühr von
z. Zt. 20 Euro an das EZI zu zahlen.
 

Die Teilnahme an der Fortbildung setzt folgendes voraus:

  • Teilnahme am Grundkurs Sexualberatung oder vergleichbare Qualifikation
  • abgeschlossene Ausbildung in einem der folgenden Grundberufe:
    Diplom-SozialpädagogIn, Diplom-SozialarbeiterIn, Diplom-PädagogIn, Diplom-PsychologIn, ÄrztIn oder vergleichbare Qualifikation
  • regelmäßige beraterische Arbeit
  • Bereitschaft zur Selbstreflexion

Dozent*in(nen): Dr. Ruth Gnirss-Bormet

Der Kurs ist ausgebucht. Wenn Sie es wünschen, setzen wir Ihren Namen auf die Warteliste.

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