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Mo, 07.06.2021 | 14:30 Uhr – Mi, 09.06.2021 | 12:30 Uhr  Kursgebühr: 330 €

Im richtigen Geschlecht ankommen? - Psychosoziale Beratung mit trans*Personen und ihren Angehörigen

Gendernonkonforme, genderqueere und transgeschlechtliche Personen (kurz trans*) teilen in dieser Gesellschaft die Erfahrung, dass die Zuschreibungen, die aufgrund ihres Körpergeschlechts an sie gerichtet werden, nicht ihrer Geschlechtsidentität entsprechen. Da das Geschlecht jedoch in allen sozialen Beziehungen immer wieder angesprochen und mit Erwartungen ausgefüllt wird, stehen trans* Personen vor erheblichen Herausforderungen wie dem Umgang mit Gewalt, Diskriminierungen, Nicht-Anerkennung. Trans* Personen müssen ihren Lebensweg immer wieder auch gegen erhebliche Widerstände gehen und einen Umgang mit Barrieren erarbeiten. Das führt zu biografischen Belastungen und macht es notwendig, spezifische Ressourcen zu entwickeln.

Die Ausgestaltungsweisen von Geschlechtsidentität(-en) und Genderpräsentation(-en) einer Person überschneiden sich mit weiteren lebensweltlichen Merkmalen wie sozioökonomischen Status, Gesundheit, Behinderung, Herkunft etc. Dementsprechend ist die Berücksichtigung der Erfahrungen einer Person mit der je individuellen Positionierung in Bezug auf ihre unterschiedlichen Zugehörigkeiten entscheidend für ein Verständnis ihrer Erfahrungen und Umgangsmöglichkeiten damit.

In der Beratung haben trans* Klient*innen aufgrund ihrer gesellschaftlichen Positionierung spezifische Versorgungsbedürfnisse. Damit erfordert die beraterische Begleitung dieser Menschen ein Wissen hinsichtlich rechtlicher, psychosozialer und medizinischer Umgangsweisen mit dem Thema, Selbstreflexion der Berater*innen hinsichtlich der Bedeutung von Geschlecht und Möglichkeiten der Geschlechtspräsentation, sowie eine  Beziehungsgestaltung, in der die Berater*innen bereit sind, sich auf Unsicherheiten einzulassen und scheinbare Selbstverständlichkeiten in Frage zu stellen oder in Frage stellen zu lassen.

Themen dieser Fortbildung sind die Auseinandersetzung mit der Vielfalt von Geschlecht und die beratende Begleitung von trans* Klient*innen, ganz gleich, ob es sich um ratsuchende Erwachsene, Paare, Familien oder Kinder und Jugendliche handelt. Neben einem Einblick in die rechtliche und medizinische Dimension und besonders die hier jeweils anstehenden Veränderungen geht es um die Vermittlung von Lebensweltwissen sowie die Selbstreflexion und praktische Arbeit zum Thema. Bei Bedarf können gern Fallsupervision angeboten und seelsorgerische Aspekte bearbeitet werden.

Zielgruppe

Familienbezogenes Fachpersonal, Beratende der Lebens-, Paar-, Familien- und Erziehungsberatung, Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie seelsorglich Tätige.

Veröffentlichungen:

Günther, Mari; Dr. Teren, Kirsten; Dr. Wolf, Gisela (2019): Psychotherapeutische Arbeit mit trans* Personen – Handbuch für die Gesundheitsversorgung. Reinhardt-Verlag, München. 2019

Günther, Mari (2018): Leid* - Erfahrungen von Leid, Scham und Verlust bei trans* Personen. In: Leidfaden, Heft 2/ 2018, S. 12-18. Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG. Göttingen. 2018

pro familia Bundesverband (2016): Psychosoziale Beratung von inter* und trans* Personen und ihren Angehörigen, Frankfurt am Main. www.profamilia.de/fileadmin/publikationen/Fachpublikationen/Inter_Trans_Beratung_Leitfaden.pdf (17.09.2016).

Günther, Mari (2015): Psychotherapeutische und beratende Arbeit mit Trans*Menschen. Erfahrung, Haltung, Hoffnung. In: Verhaltenstherapie & psychosoziale Praxis 47 (1), S. 113-124.

Dozent*in(nen): Mari Günther

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