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Mo, 30.01.2023 | 14:00 Uhr – Fr, 03.02.2023 | 12:30 Uhr  Kursgebühr: 325 €

Grenzen achten - Sicheren Ort geben

In den letzten Jahren haben die EKD und die Landeskirchen eine Vielzahl an Maßnahmen veranlasst, um Kinder, Jugendliche und Schutzbefohlene möglichst gut vor sexualisierter Gewalt zu schützen. Die meisten Landeskirchen haben inzwischen ein Gewaltschutzgesetz, das Prävention und Intervention regelt. Wesentlich für die Umsetzung der Präventionskonzepte ist die Sensibilisierung und Qualifizierung der hauptberuflich und ehrenamtlich Mitarbeitenden auf allen Ebenen. Sie sollen begleitet und unterstützt werden durch qualifizierte Fachkräfte, die sich mit dem Schutzauftrag der Kirche identifizieren. Die Fachkräfte gestalten als Mentoren und Mentorinnen Informations- und Fortbildungstage und stehen Mitarbeitenden und Leitungskräften beratend zur Seite.

Der Trainingskurs „Grenzen achten – Sicheren Ort geben“ soll Fachkräfte aus Beratung, Seelsorge und Supervision für diese Rolle qualifizieren und befähigen

  • sexuelle Grenzverletzung und sexualisierte Gewalt und ihre Folgen zu erkennen und geeignete Interventionsmaßnahmen zu ergreifen oder zu vermitteln
  • die eigene Einstellung und Haltung zum Thema sexualisierte Gewalt zu reflektieren
  • in der eigenen professionellen Beziehungsgestaltung und Interaktion auf eine angemessene Nähe-Distanz-Regulation zu achten
  • die Sprach- und Kommunikationsfähigkeit dafür zu verbessern
  • Täterstrategien, Risiko-Schutz-Faktoren und Organisationsstruktur, Präventionsbausteine und Interventionsmaßnahmen zu kennen und vermitteln zu können
  • Mitarbeitende, insbesondere Leitungskräfte, dazu anzuleiten, Schutz vor sexualisierter Gewalt als Teil des Qualitätsmanagements und der Personalführung in der Gemeinde oder Einrichtung zu implementieren

An folgenden praktischen Leitfragen werden wir uns im Kurs orientieren:

  • Wie ist meine eigene Sprachfähigkeit in Bezug auf dieses Thema?
  • Wie kann das Tabu des Schweigens gebrochen werden und die Sensibilisierung für Grenzüberschreitungen und Machtmissbrauch geschärft werden?
  • Was kann präventiv getan werden, damit Schutzkonzepte verbessert werden, und die Kirche und ihre Diakonie sichere Orte für die anvertrauten Kinder und Jugendlichen bleiben und Täter*innen keine Chancen bekommen?
  • Wie können Leitungskräfte in der Wahrnehmung ihrer Verantwortung für Präventions- und Interventionsmaßnahmen bei Fällen von sexualisierter Gewalt gestärkt und befähigt werden?

Wir arbeiten

  • mit theoretischen Impulsen zu Kinderschutz, Grundwissen in Psychotraumatologie, Täterstrategin und Täter-Opfer-Dynamik, strukturellen Gefährdungen in Institutionen, Rechtsfragen, ethischen Richtlinien zum Umgang mit Sexualität und Macht in Abhängigkeitsverhältnissen
  • in kleinen Selbstreflexions- und Selbsterfahrungsgruppen
  • mit Rollenspielen zur Einübung von Sprachfähigkeit
  • in Arbeitsgruppen an entsprechenden Fortbildungsmodulen

Zielgruppe

In Beratung und Seelsorge erfahrene Mitarbeitende, Supervisorinnen und Supervisoren.

Dozent*in(nen): Dorothee Herfurth-Rogge, Sebastian Kukla

Anmeldung

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