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Mo | 06.11.2017 | 11:00 Uhr - Di | 07.11.2017 | 17:00 Uhr | 280,00 Euro

Wenn das Trauma seinen Schatten wirft

Ansätze einer traumasensiblen und bindungsstärkenden Schwangerenberatung

 

Mit einer Prävalenz von 20 – 30 % hat jede dritte bis fünfte Frau sexuelle Gewalterfahrungen im Kindesalter erfahren. Zudem gibt es viele Frauen, die (auch) im Erwachsenenalter sexuelle Übergriffe erleiden mussten. Ein Großteil dieser Frauen sucht auch die Schwangerenberatung auf, oft jedoch aufgrund anderer Fragestellungen oder Probleme, denn die zentralen Bewältigungsmechanismen Dissoziation, Verleugnung und Verdrängung halten bei vielen Frauen teilweise langfristig an. Nicht selten sorgt aber ein Auslöser – Triggerreiz – dafür, unterdrückte Empfindungen und Erinnerungen unerwartet wieder ins Bewusstsein zu rufen und eine Krise auszulösen. Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit bieten für diese Frauen oft eine ganze Reihe an möglichen Triggerreizen.
Außerdem erfolgt in dieser Lebensphase häufig die Auseinandersetzung mit den lebenslaufbezogenen Erfahrungen in Sexualität, Emotionalität und Beziehungen. Das sexuelle Trauma als biografieprägendes Ereignis kann den Prozess des Mutterwerdens durch Störungen in den aufgeführten Bereichen beeinflussen. Einhergehende Traumareaktionen haben zudem Auswirkungen auf den Beziehungsaufbau zwischen Mutter und Kind.
Für Frauen mit sexualisierter Gewalterfahrung ist es notwendig, dass sie sich in der Schwangerschaft mit ihren Erfahrungen und Ängsten an jemanden wenden können und für die Phase rund um die Geburt eine Stabilität (wieder)erlangen.

 

Inhalte

  • Aspekte eines Traumas wie Triggerreize und Flashbacks

  • Auswirkungen (früher) sexueller Gewalterfahrung auf das Erleben von Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit

  • Die Beeinflussung (früher) sexueller Gewalterfahrung auf das Wahrnehmen des Fötus und Reaktionen auf die Bedürfnisse des Neugeborenen

  • Übungen zum Sicheren Ort und zur Container- Technik

 

Ziele

Mit dieser Fortbildung werden Kenntnisse und Methoden für eine traumasensible und bindungsstärkende Beratung werdender Mütter erlangt. Sie können den betroffenen Frauen Informationen über das Trauma und das mögliche Erleben der körperlichen Veränderungen in Schwangerschaft, unter der Geburt und in der Stillzeit geben. Mit der Frau eruieren sie mögliche Triggerreize und erarbeiten gemeinsam Strategien für einen Umgang mit diesen. Bei Bedarf begleiten und unterstützen sie den Beziehungsaufbau zwischen Mutter und Kind.

 

Zielgruppe
BeraterInnen aus der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung sowie Ehe-, Paar-, Lebens- und Erziehungsberatung.



Dozent(en):Melanie Klaus

Mo | 11.12.2017 | 14:30 Uhr - Mi | 13.12.2017 | 12:30 Uhr | 340,00 Euro

„Geflüchtete Familien zwischen Trauma und Hoffnung“

Interventionsmethoden der Traumapädagogik und -therapie als Ressource für Jugendhilfe und Beratungsdienste

 

Mitarbeitende der Jugendhilfe, aber auch GrundschullehrerInnen in Willkommensklassen sowie das Lehrpersonal im gesamten Bildungsbereich stehen vor der Herausforderung, geflüchteten Kindern, Jugendlichen und deren Eltern bei ihren Bemühungen um Integration, Unterstützung und Hilfe zu teil werden zu lassen.

 

Belastungen durch traumatisierende Erfahrungen auf der Flucht oder im Bürgerkrieg des Heimatlandes stellen dabei oft eine zusätzliche Barriere bzw. reales Integrationshindernis dar.

 

Insbesondere in den ambulanten Diensten und Einrichtungen der Jugendhilfe können Erkenntnisse aus der Traumaforschung einerseits und Interventionsmethoden aus der Traumapädagogik und Ressourcenstabilisierung andererseits zur Überwindung dieser Barrieren und Hindernisse hilfreich zum Einsatz gebracht werden.

 

Auch interkulturelle Familien- und kultursensible Erziehungsberatungsmöglichkeiten mit muttersprachlicher Begleitung sollen helfen, diese vielfältigen Konflikte und Integrationshemmnisse aus dem Weg zu räumen.

 

Im Seminar werden von erfahrenen TraumatherapeutInnen aus unterschiedlichen institutionellen Kontexten (Stationäre Unterbringung unbegleiteter Minderjähriger (UMA’s), interkulturelle Familien- und Erziehungsberatung öffentlicher- und freier Träger) hilfreiche Interventionsmöglichkeiten aufgezeigt.

 

Die syrische Psychologin A. Saed-Yonan berichtet aus ihrer alltäglichen Praxis in Flüchtlingsheimen und in der Beratungsstelle des SOS Kinderdorfes Berlin.

 

Dabei werden die notwendigen Rahmenbedingungen für einen erfolgreichen Einsatz solcher traumapädagogischen Maßnahmen analysiert und gemeinsam in praxisnahen Rollenspielen erprobt.

 

Für einen effektiven Einsatz traumaorientierten Interventionsmethoden ist die sprachliche Vermittlung – also der wirksame Einsatz von Dolmetschenden und Sprachmittlern – von besonderer Bedeutung.

Im Seminar werden hierzu anhand von best-practice-modellen (u. a. „Rastatter Modell“) relevante Standards und Qualitätsempfehlungen für den Einsatz von ehrenamtlichen und (semi)professionellen Dolmetschenden in der Arbeit mit geflüchteten Familien vorgestellt.

 

Fallbeispiele und schwierige Praxissituationen der SeminarteilnehmerInnen sind willkommen und werden während des Workshops in kleineren Intervisionsgruppen bearbeitet.

 

Zielgruppe

Mitarbeitende der institutionellen Beratung (Erziehungs-, Familien-, Lebens- und Schwangeren- bzw. Schwangerenkonfliktberatung) sowie andere Einrichtungen und Dienste der ambulanten, teilstationären und stationären Jugendhilfe, die mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen oder Flüchtlingsfamilien arbeiten.