Evangelisches
Zentralinstitut für
Familienberatung
Berlin
Evangelisches Zentralinstitut für Familienberatung

 

    PASTORALPSYCHOLOGIE - Kursbeschreibung

 

 
 
Notfallpsychologische Akutinterventionen (NoPAI)
Kurs III
  Die älteren Kriseninterventionsdienste/Notfallseelsorgesysteme in Deutschland bestehen mittlerweile mehr als 15 Jahre. Neben dem erwünschten Zuwachs an Erfahrung aus Einsätzen, Fortbildung und Supervision erlebt eine größer werdende Anzahl von Mitarbeitenden Erschöpfung und Überdruss in der Arbeit. Leitungsverantwortliche müssen mit diesen Erscheinungen in und durch die Psychosoziale Notfallhilfe fachgerecht umgehen.

Dieser dritte Kurs „Notfallpsychologische Akutinterventionen“ ist ein Angebot an
- langjährig erfahrene Mitarbeitende der Kriseninterventionsdienste/Notfallseelsorge
- Supervisoren/innen der Kriseninterventionsdienste/Notfallseelsorge
- Fachberater Seelsorge/Psychosoziale Unterstützung der Feuerwehren/PSU-Fachkräfte

Dieser zweite Aufbaukurs wurde entwickelt aus den Hinweisen und Wünschen sowie der Nachfrage der Teilnehmenden der Kurse der EKFuL und der NoPAI-Kurse 2007 und 2008 am Ev. Zentralinstitut für Familienberatung. In den vorangegangenen Kursen wurde überwiegend hilfreiches Handeln gegenüber Opfern, Augenzeugen und Angehörigen behandelt. In diesem dritten Kurs geht es primär um Einsatzkräfte und Kolleginnen/Kollegen der Krisenintervention/Notfallseelsorge. Sie sind zwar professionelle Kräfte, aber sie können selber „Helfer“ und zugleich „Opfer“ im Erleben extremen Einsatzgeschehens sein. 

Behandelt werden sollen die Punkte:
 Was ist zu beachten bei der Intervention für die professionellen Helfer - im Unterschied 
   zu Akutinterventionen gegenüber betroffenen „Laien“?
 Welche Präventionsstrategien für „lang Gediente“ haben sich bewährt? 
 Gibt es Indikatoren, die Leitungsverantwortliche kennen und beachten sollten, die die 
   Beendigung der Einsatzdienste nahe legen oder sogar notwendig machen? 
 Welche Auswirkungen haben solche Leitungsentscheidungen auf die Teams?
 Sind die üblichen Kriterien der Rettungsdienste und Feuerwehren für Dienstbeendigung 
   (z. B. starre Altersgrenzen, Bewertung gesundheitlicher Einschränkungen) anwendbar? 
 Gibt es Indikatoren für die Personalauswahl und für eine Fortbildung?

Die Professionalisierung der Psychosozialen Notfallhelfer macht auch solche Fragen der Fachaufsicht und der Qualitätssicherung notwendig. 

In einem weiteren Teil des Kurses werden feldspezifische Aspekte der Supervision von Notfallseelsorge-/Kriseninterventionsteams im Mittelpunkt stehen: 
 Gibt es Zusammenhänge zwischen der Motivation durch „sensation seeking“ und später 
   wachsender Verbitterung/Erschöpfung/Unwilligkeit im Dienst? 
 Gibt es Vor- und/oder Nachteile durch Supervisoren, die selber im Feld 
   „Notfallseelsorge/Krisenintervention“ tätig sind? 

Zertifizierung
Die Zertifizierung durch die Psychotherapeutenkammer im Land Berlin wird beantragt.
 
  Zielgruppe 
BeratungsstellenmitarbeiterInnen, PsychologInnen, TheologInnen, SozialarbeiterInnen, Kriseninterventionsteams, NotfallseelsorgerInnen, SupervisorInnen.
  Leitung Prof. Dr. Frank Lasogga, Christoph Pompe
  Teilnehmerzahl 20
  Datum  08.02.2010 - 14.30 h bis
10.02.2010 - 12.30 h                          -findet nicht statt-
  Kursgebühr € 280,-- 
     
  
 
Notfallpsychologische Akutinterventionen (NoPAI)
Kurs I
  Sehr viele Menschen sind täglich von Notfällen betroffen, und zwar beispielsweise von Unfällen oder Bränden, Raubüberfallen oder einer Vergewaltigung, einem Schlaganfall oder einer Fehlgeburt oder von Naturkatastrophen wie Überschwemmungen. Diese Notfälle können bei den direkten Notfallopfern, aber auch bei den indirekt betroffenen Personen wie Angehörigen, Verursachern und auch bei den Helfern zu mannigfaltigen negativen Folgeerscheinungen führen. Sie können sich in Konzentrations- oder Schlafstörungen, Ängsten, sozialem Rückzug, psychosomatischen Beschwerden, der akuten bzw. posttraumatischen Belastungsstörung sowie in zahlreichen anderen Bereichen niederschlagen. 

Personen mit Beschwerden aufgrund von Notfällen stellen zusehends ein größeres Klientel der Beratungsstellen und der psychosozialen Arbeit dar. Diese Klienten litten in der Regel vor dem Notfall unter keinerlei größeren Beeinträchtigungen, kommen aber mit dem Notfall nicht klar und benötigen professionelle Hilfe. 

Allerdings sind bei diesem Personenkreis nicht die klassischen psychotherapeutischen Verfahren notwendig und indiziert, sondern andere Vorgehensweisen. Die Intervention ist eher salutogenetisch orientiert; die Klienten sollen lernen, was sie tun können, um gesund zu bleiben. Eine derartige Intervention benötigt bei den meisten Klienten keinen längeren Zeitraum, sondern 2 bis 5 Stunden genügen in der Regel. Sie ist umso effektiver, je früher sie erfolgt. 

In dieser Weiterbildung sollen die Belastungen durch einen Notfall aufgezeigt werden und die Moderatorvariablen, die zu einer möglichen Störung führen können und bei einem Screening erfasst werden sollten. Darauf aufbauend sollen die Interventionsmethoden und -möglichkeiten bei Notfallopfern erarbeitet sowie die Zusammenarbeit und die Gemeinsamkeiten von Notfallseelsorgern und Psychologen/Beratungsstellenmitarbeitern dargelegt werden, aber auch die Unterschiede und spezifischen Tätigkeitsbereiche der Gruppen. 

Die Teilnahme am Grund- und Aufbaukurs ist wünschenswert. 

Zertifizierung
Die Zertifizierung durch die Psychotherapeutenkammer im Land Berlin wird beantragt.
 
  Zielgruppe 
BeratungsstellenmitarbeiterInnen, PsychologInnen, TheologInnen, SozialarbeiterInnen, Kriseninterventionsteams, NotfallseelsorgerInnen, SupervisorInnen.
  Leitung Prof. Dr. Frank Lasogga, Christoph Pompe
  Teilnehmerzahl 20
  Datum  28.06.2010 - 14.30 h bis
30.06.2010 - 12.30 h 
  Kursgebühr € 280,-- 
  Anmeldung