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Do | 05.07.2018 | 14:30 Uhr - Sa | 07.07.2018 | 17:00 Uhr | 390,00 Euro

„Modul 2: „Bleib mir nah …!“

Vertiefungsseminar zur emotionsfokussierten Paarberatung (EFT)

 

Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT) ist ein in Kanada entwickelter neuartiger Ansatz, mit Paaren zu arbeiten, die sich in schwerwiegenderen Problemen und Krisen befinden. EFT gehört zu den zwei am besten evaluierten Paartherapieansätzen weltweit und ist in Amerika sehr erfolgreich etabliert, in Deutschland aber noch wenig bekannt. Der Ansatz basiert auf der Bindungstheorie und der Sichtweise der Erwachsenen Paarbeziehung als einer Bindungsbeziehung. Daraus ergeben sich ganz spezifische Vorgehensweisen in der Paartherapie.

 

EFT versucht, in einer direkten Arbeit an den Emotionen der Partner die Bindungsbeziehung zwischen den Partnern wieder herzustellen. Der Ansatz integriert dabei Vorgehensweisen und Haltungen aus der humanistischen Psychologie (Rogers, Gestalt) und dem systemischen Ansatz mit einem grundlegenden psychodynamisch-bindungsorientierten Verständnis. Die Emotionen und Verhaltensweisen, die Partner im Konflikt zeigen, werden dabei als Oberflächenphänomene betrachtet, hinter denen eigentlich tiefe Bindungs-Bedürfnisse, Verletzungen und Ängste vor Zurückweisung stehen. EFT versucht, diese primären Emotionen und Bedürfnisse zwischen den Partnern wieder zum Ausdruck zu bringen. Dies gelingt dem Ansatz selbst bei Paaren mit schwersten Paarkonflikten, die sich in anderen Verfahren als therapieresistent erweisen. Die Wirkung der Methode ist äußerst nachhaltig und erleichtert Paarberatern die Arbeit selbst mit schwierigen Streitpaaren.

 

Im Seminar sollen die Interventionsmethoden der EFT vertieft und ausführlich an Fallbeispielen geübt werden, mit Schwerpunkt auf der Choreographie von enactments in Phase 2. Die im Seminar eingesetzten Methoden werden sein: Selbsterfahrungsübungen, Demonstrations-Sitzungen und Videos, Rollenspielübungen und anderes mehr.

 

Das Seminar ist insbesondere für Berater*innen geeignet, die schon Kurse zu EFT besucht und Erfahrungen gesammelt haben.

 

Roesler, C. (2017): Paarprobleme und Paartherapie. Theorien, Methoden und Forschung. Ein integratives Lehrbuch. Stuttgart: Kohlhammer.

 

Roesler, C. (2016): Paarbeziehung als Bindung und Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT). Psychotherapeut, 1/2016

 

Roesler, C. (2015): Die begrenzte Wirksamkeit bisheriger Paartherapien verlangt neue Methoden. Paarinteraktions- und Wirkungsforschung und die Konsequenzen für die Praxis. Familiendynamik 3/15.

 

Johnson, Susan (2010): Emotionsfokussierte Paartherapie. Paderborn: Junfermann.

 

Zielgruppe

Erfahrene Paarberater*innen (EFL) und Paartherapeut*innen, die diese neue Methode kennenlernen wollen, aber auch Erziehungs- und Familienberater*innen (EFB), die ihre Kompetenzen in der Arbeit mit Elternkonflikten verbessern wollen.




Mi | 11.07.2018 | 14:30 Uhr - Fr | 13.07.2018 | 17:00 Uhr | 370,00 Euro

MSL – „Miteinander Sprechen Lernen“:

Entwicklung von Streit- und Konfliktkultur in Paarbeziehungen

 

Auch in bestehenden Partnerschaften treffen wir auf strittige Konfliktsituationen.

Konfliktmanagement und Streitkultur und Stressbewältigung in der Partnerschaft findet als „Prävention“ von Scheidung und Trennung deutlich weniger Aufmerksamkeit in der institutionellen Beratung. In dem zweitägigen Seminar sollen hierzu Haltungen, Hintergründe und Konzepte für eine solche Beratungsarbeit in Partnerschaften und Ehen im Fokus stehen.

 

Dabei geht es zunächst um eigene Haltungen als Berater und Beraterin zu Meinungsverschiedenheit und Konflikten und dabei nicht zuletzt auch um den Umgang mit dem bei „Streitpaaren“ entstehenden Stress für die Klienten..

In einem zweiten Teil sollen psychologische Aspekte von Konflikten - in Partnerschaften - besprochen werden, sowohl was deren Funktion betrifft, aber auch was deren Auswirkungen auf Partner sind.

Im dritten Teil sollen spezifische Interventionen vermittelt und eingeübt werden, die im Sinne von Sofortmaßnahmen helfen können.

 

In dem Seminar wird u.a. ein mediationsanaloges Präventions- und Kommunikationskonzept vorgestellt (MSL: miteinander sprechen lernen), das die Paare im Alltag wirksam unterstützt, Schritt für Schritt Konflikte eigenständig zu lösen.

 

Methoden

Theorie Input, Selbsterfahrungsübungen und Raum zum praktischen Üben

 

Zielgruppe

Ehe-, Familien- und Lebensberater*innen, Paartherapeut*innen, Erziehungs- und Familienberater*innen, Multiplikatoren präventiver Partnerschaftsberatung.




Mo | 17.09.2018 | 15:00 Uhr - Fr | 21.09.2018 | 13:00 Uhr | 520,00 Euro

Die Aufträge des Paares verstehen

Schwierige Paare in Anfangs- und Mittelphase

 

Paare in der Krise erteilen der Paarberaterin oder dem Paarberater oftmals widersprüchliche Aufträge, ausgesprochen oder unausgesprochen. Die Partner verstehen nicht, warum der andere sie nicht (mehr) versteht, warum er sich nicht (mehr) so verhält, wie sie es wünschen oder brauchen. Die Verwirrung, in der sie sich befinden, übertragen sie auf die Berater. Nehmen die Berater die Anliegen der Partner ungeprüft an, so ist die Gefahr groß, dass die Berater Unwillen ansammeln oder resignieren. Häufig strengen sie sich auch noch unnötig an und helfen dem Paar trotzdem nicht weiter.

 

Schwerpunkt dieser Fortbildung sind die widersprüchlichen Aufträge, die Paare zu Beginn und in der Mittelphase der Paarberatung an die Beratungsperson richten:

  • Verständnis der Atmosphäre und Dynamik, die die Partner beim anderen Partner und im Berater auslösen
  • Verständnis dafür, warum sie sich so und nicht anders verhalten

  • Verständnis dafür, dass die Konfliktlösung, die jeder unternimmt, die Missverständnisse in der Paarbeziehung nicht selten verschärft

  • Verstehen, wovon jeder Partner sich verabschieden sollte, um eine neue Phase der Paarbeziehung antreten zu können.

Beraterische Methodik sollte Mittel und Wege zur Verfügung stellen, die es erlauben, wirksam und unangestrengt zu arbeiten. Deshalb werden wir u.a.

  •  Ziele, Kontrakt und Kontrakthaltung im jeweiligen Einzelfall überprüfen,
  • lösbare von unlösbaren Aufgaben unterscheiden

und Techniken erarbeiten, die in der konkreten Situation

  • beim Aushalten von Unterschiede helfen
  • überzeugende Konfrontationen erlauben

  • das Einüben von erwachsener Kommunikation, von Bedürfnis-, Ärger- und Streitmanagement ermöglichen

  • bei gegensätzlichen Lösungsverstellungen der Partner das Lösungspotential jedes einzelnen aktivieren.

Die Fortbildung bietet Gelegenheit, Fälle aus der Praxis der Teilnehmer vorzustellen, praktisch zu üben und neues Beraterverhalten auszuprobieren, damit die Arbeit mit Paaren wieder Spaß macht.

 

Zielgruppe

Berater*innen in der Paar- und Lebensberatung, Psychotherapeut*innen in eigener Praxis, die mit Paaren arbeiten.

 



Dozent(en):Martin Koschorke

Mo | 19.11.2018 | 13:00 Uhr - Mi | 21.11.2018 | 17:00 Uhr | 390,00 Euro

Liebe, Gewalt und Wahnsinn – Gewalt in familiären Beziehungen

Wie können Liebesbeziehungen zu Orten der brutalsten Gewalt werden? Wie kann man das Verhältnis von Liebe und Aggression und die Entstehung von Gewalt in intimen Beziehungen verstehen? Und wie kann man den Menschen aus den wiederkehrenden Spiralen der Gewalt heraushelfen?

Themen des Seminars sind u.a.: Liebe will besitzen – Über den Besitzanspruch der exklusiven Liebe. Liebe kann tödlich sein – über den Zusammenhang von Liebe und Gewalt. Die Formen der Gewalt in Partnerschaften und Familien: Partnergewalt, Kinder als Zeugen partnerschaftlicher Gewalt; Gewalt zwischen Eltern und Kindern; Gewalt von Kindern und Jugendlichen an Eltern; Gewalt zwischen Geschwistern; Gewalt gegen ältere Menschen oder die alten Eltern. Gründe für Gewalt in der Familie. Die vielfältigen Verschiebungen der Aggressionen. Schmerz und die neurobiologische Sicht der Gewaltentstehung. Beschämung, Demütigung und Ausgrenzung. Gewalt in Migrationsfamilien. Die Überwindung der Sprachlosigkeit. Vertiefende Fragen zum Thema.

 

In diesem Seminar werden folgende Schwerpunkte gesetzt:

  • Die verschiedenen Formen der Gewalt in Partnerschaft und Familie und ihre Besonderheiten

  • Zum multiperspektivischen Verständnis der Entstehung von Gewalt

  • Beratung und Therapie bei partnerschaftlicher und familiärer Gewalt

Die Themen werden behandelt anhand von Beispielen aus der Weltliteratur, eigenen Fallbeispielen aus familiengerichtlichen Verfahren, der eigenen paar- und familientherapeutischen Praxis, den Theorien der modernen klinischen Familienpsychologie und nicht zuletzt den Fallvignetten der Teilnehmer/innen.

 

Fallvignetten der Teilnehmenden zur Intervision in Kleingruppen sind erwünscht.

 

Literaturhinweise:

Borst, Ulrike, Lanfranchi, Andrea (Hg. 2011), Liebe und Gewalt in nahen Beziehungen. Therapeutischer Umgang mit einem Dilemma

Hantel-Quitmann, Wolfgang, Liebe, Gewalt und Wahnsinn – Gewalt in intimen Beziehungen, in: Hantel-Quitmann, W., Klinische Familienpsychologie. Familien verstehen und helfen. Klett-Cotta, Stuttgart 2015, Kap. 1, S. 16-40.

 

Zielgruppe

Erfahrene Paarberater*innen und Paartherapeuten*innen sowie alle Fachkräfte der psychosozialen Beratung, die sich aus beruflichen oder persönlichen Gründen für das Thema interessieren.




Di | 22.01.2019 | 14:30 Uhr - Do | 24.01.2019 | 17:00 Uhr | 390,00 Euro

Modul 3: „Emotionsfokussierte Paarberatung in der Praxis“

audio- und videogestützte Supervision von Fällen der Teilnehmenden

Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT) ist ein in Kanada entwickelter neuartiger Ansatz, mit Paaren zu arbeiten, die sich in schwerwiegenderen Problemen und Krisen befinden. EFT gehört zu den zwei am besten evaluierten Paartherapieansätzen weltweit und ist in Amerika sehr erfolgreich etabliert, in Deutschland aber noch wenig bekannt. Der Ansatz basiert auf der Bindungstheorie und der Sichtweise der Erwachsenen Paarbeziehung als einer Bindungsbeziehung. Daraus ergeben sich ganz spezifische Vorgehensweisen in der Paartherapie. EFT versucht, in einer direkten Arbeit an den Emotionen der Partner die Bindungsbeziehung zwischen den Partnern wieder herzustellen. Der Ansatz integriert dabei Vorgehensweisen und Haltungen aus der humanistischen Psychologie (Rogers, Gestalt) und dem systemischen Ansatz mit einem grundlegenden psychodynamisch-bindungsorientierten Verständnis. Die Emotionen und Verhaltensweisen, die Partner im Konflikt zeigen, werden dabei als Oberflächenphänomene betrachtet, hinter denen eigentlich tiefe Bindungs-Bedürfnisse, Verletzungen und Ängste vor Zurückweisung stehen. EFT versucht, diese primären Emotionen und Bedürfnisse zwischen den Partnern wieder zum Ausdruck zu bringen. Dies gelingt dem Ansatz selbst bei Paaren mit schwersten Paarkonflikten, die sich in anderen Verfahren als therapieresistent erweisen. Die Wirkung der Methode ist äußerst nachhaltig und erleichtert Paarberatern die Arbeit selbst mit schwierigen Streitpaaren.

 

Im Seminar sollen die Interventionsmethoden der EFT in den verschiedenen Therapiephasen vertieft und ausführlich an Fallbeispielen, Demonstrations-Sitzungen, Videos und Rollenspielen geübt werden. Dabei wird ein Schwerpunkt auf die Bearbeitung von Fällen aus der Praxis der Teilnehmer gelegt; das Mitbringen von Falldarstellungen, Audio-oder Videoaufnahme ist sehr erwünscht. In diesem Sinne dient das Seminar auch zur Supervision und ist insofern insbesondere für Berater*innen geeignet, die schon Kurse zu EFT besucht und Erfahrungen gesammelt haben, eignet sich aber auch für Neueinsteiger – das grundsätzliche Vorgehen von EFT und die spezifischen Interventionen werden zu Beginn des Seminars noch einmal rekapituliert.

 

Johnson, Susan (2010): Emotionsfokussierte Paartherapie. Paderborn: Junfermann

 

Roesler, C. (2018): Paarprobleme und Paartherapie – Theorien, Methoden, Forschung. Ein integratives Lehrbuch. Stuttgart: Kohlhammer.

 

Roesler, C. (2016): Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT) – Die Behandlung von Paaren als Bindungsbeziehungen. In: Themenhaft Bindung, Psychotherapie im Dialog, 17 (3), S. 72-77.

 

Roesler, C. (2016): Paarbeziehung als Bindung und Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT). Psychotherapeut, 61(1), 43-48. http://link.springer.com/article/10.1007/s00278-015-0070-3

 

Roesler, C. (2015): Die begrenzte Wirksamkeit bisheriger Paartherapien verlangt neue Methoden.

Paarinteraktions- und Wirkungsforschung und die Konsequenzen für die Praxis. Familiendynamik 40 (4), S. 336-345.

 

Roesler, C. (2015): Psychosoziale Arbeit mit Familien. Stuttgart: Kohlhammer.

 

Zielgruppe

Paar- und Familientherapeut*innen; Paarberater*innen in der Institutionellen Beratung; Niedergelassene EFT-Therapeut*innen mit Praxiserfahrung in der Beratung von Paaren.



18 Plätze


Do | 28.02.2019 | 14:30 Uhr - Sa | 02.03.2019 | 12:30 Uhr | 260,00 Euro

Fremde Vertraute

- Divergente Rollenverständnisse und Wertekonflikte in der Beratung bikultureller Paare

 

Den gemeinsamen Alltag zu gestalten, ist für jedes Paar eine große Herausforderung, selbst dann, wenn beide im gleichen kulturellen Umfeld groß geworden sind und eine „gemeinsame Kultursprache“ sprechen. Wie viel herausfordernder ist es aber, diesen Prozess mit einem Menschen zu gestalten, der in einem komplett anderen Umfeld gelebt, der andere Werte und Normen verinnerlicht hat und der von ganz anderen Selbstverständlichkeiten ausgeht als man selbst.

 

In bikulturellen Partnerschaften spielt die Erfahrung einer anderen kulturellen Herkunft und Bindung, manchmal auch einer anderen Religion, eine Rolle. Auch bestimmte Rahmenbedingungen beeinflussen diese Partnerschaften, etwa, unter welchen Umständen sich ein Paar kennen gelernt hat, aus welchen wirtschaftlichen Verhältnissen beide Partner kommen oder welche Erwartungen an eine Partnerschaft existieren. Auch unterschiedliche Strategien der Konfliktlösung, ein unterschiedliches Rollenverständnis oder stark divergierende soziale Schichten, aus denen beide Partner stammen, können zu massiven Schwierigkeiten führen. Bikulturelle Paare sind deshalb vor Herausforderungen gestellt, die individuell und kreativ gelöst werden müssen und die zur Zerreißprobe oder zum Lernort neuer Chancen werden können.

 

Die Situation im Beratungssetting mit bikulturellen Paaren gleicht einem Seiltanz. Die Berater und Beraterinnen können mit Situationen konfrontiert werden, die Fremdheit, Angst, Abwehr oder Unsicherheit erzeugen. Von Bedeutung sind das Wissen und die eigene Erfahrung über andere kulturelle Werthaltungen, Normen, Verhaltensweisen und Moralvorstellungen. Doch dieses Wissen kann auch zu Stereotypisierungen führen und eine wahrhaftige Begegnung mit den Ratsuchenden verhindern.

 

Die Fortbildung wird auf dem Hintergrund dieser Überlegungen sich folgenden Schwerpunkten widmen:

  • Dynamik bikultureller Partnerschaften: Partnerwahl, (unterschiedliches) Rollenverständnis und Wertevorstellung der Partner
  • Kultur und Fremdheit in der Paarbeziehung

  • Aspekte der Beratungsbeziehung und der Einfluss des kulturellen Hintergrunds des Beraters

  • Kompetenzen des Beraters für die Beratung bikultureller Paare

 

Inhalte der Fortbildung werden auf die Bedürfnisse der Zielgruppe angepasst. Die Teilnehmenden erwartet eine dynamische und praxisnahe Fortbildung. Es wird auf eine ausgewogene Mischung von Theorieinput und Übungen, Reflexion von Praxissituationen und dialogischem Erfahrungsaustausch geachtet.

 

Zielgruppe

Beratende aus Ehe-, Familien-, Erziehungs- und Lebensberatungs-, Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen sowie niedergelassene psychologische und ärztliche Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten.

 



Dozent(en):Dr. Martin Merbach

16 Plätze


Do | 23.05.2019 | 14:30 Uhr - Sa | 25.05.2019 | 12:30 Uhr | 340,00 Euro

Den Anderen von innen und sich selbst von außen sehen…

Mentalisierungsorientierte psychodynamische Paarberatung

 

Die mentalisierungsbasierte Therapie wurde von einer Gruppe um den britischen Psychoanalytiker P. Fonagy entwickelt und wird erfolgreich eingesetzt, um schwere Persönlichkeitsstörungen, insbesondere die Borderline-Störung, besser als bisher behandeln zu können. Inzwischen wurde das Konzept auf andere psychische Störungen ausgeweitet (z.B. Depression, Angst, Psychose) und auch für Mehrpersonen-Settings wie Gruppen, Paare und Familien weiterentwickelt.

 

Mentalisieren meint, Verhalten und Äußerungen von den ihnen zugrundeliegenden inneren (mentalen) Zuständen bei sich und anderen unterscheiden und sich diese inneren Zustände angemessen vorstellen zu können. Neu ist nicht die Thematik selbst, sondern die Fokussierung, das Mentalisieren der Klienten ins Zentrum der beraterischen bzw. therapeutischen Aufmerksamkeit zu stellen. Das erfordert unter anderem, dass die beraterische Haltung und die Interventionen unter der Perspektive betrachtet werden, ob und wie sie das Mentalisieren des Paares bzw. der einzelnen Partner anregen oder fördern.

 

Entsprechend ist es ein wesentliches Ziel der Paarberatung, die Mentalisierungsqualität des Paares zu verbessern. Wer (besser) mentalisiert, versteht sich und den Partner genauer und erweitert eigene und paarbezogene Problemlösungsfähigkeiten.

 

Didaktik: Im Seminar werden das Mentalisierungskonzept und seine paartherapeutische Anpassung vorgestellt. Eingeübt werden eine mentalisierungsfördernde Haltung, die Beibehaltung des spezifischen Aufmerksamkeitsfokus sowie konkrete Interventionen.

Methodisch gibt es einen Mix aus Theorieinputs, Demonstrationen des Verfahrens, Rollenspielen, Fallbesprechungen und – wenn gewünscht – Selbsterfahrungselementen.

 

Literaturhinweise:

  • Allen J.G., Fonagy, P. & Bateman, A.W. (2011 [2008]). Mentalisieren in der psychotherapeutischen Praxis. Stuttgart: Klett-Cotta.
  • Thompson, J.M. & Tuch, R. (2014). The Stories We Tell Ourselves. Mentalizing Tales of Dating and Marriage. New York: Routledge.

  • Rottländer, P. (2015). Mentalisieren in der Paartherapie. Psychoanalytische Familientherapie, 16(2), 5-37.

Zielgruppe

Paarberater*innen (EFL) und Paartherapeut*innen; interessierte Erziehungs- und Familienberater*innen (Elternarbeit).



18 Plätze


Mo | 27.05.2019 | 13:30 Uhr - Mi | 29.05.2019 | 12:30 Uhr | 375,00 Euro

Liebesaffären in der Paarberatung

Beratender und therapeutischer Umgang mit der Konfliktdynamik in leidenschaftlichen Dreiecks-Beziehungen

 

Viele moderne Partnerschaften leben in einem chronischen Dilemma zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Alltagsstress, Beziehungskonflikte und sexuelle Frustrationen lassen immer wieder tiefe Sehnsüchte nach romantischer Verliebtheit und leidenschaftlicher Sexualität entstehen. Diese Liebessehnsüchte erscheinen als traumhafte Lösungen für einen frustrierenden Beziehungsalltag. Warum soll man chronische Konflikte in lieblosen Partnerschaften aushalten, wenn Partnerschaftsbörsen im Internet mehr als 300 bessere Alternativen im näheren Umkreis versprechen?

 

Liebesaffären bieten die Aussicht auf Leidenschaft anstelle routinierter Sexualität, setzen eine neue Liebe an die Stelle der alten und erleichtern damit scheinbar komplizierte und schmerzliche Beziehungsübergänge. Sie können als Folgen des Schicksals (und nicht betrügerischer Absichten) erklärt werden und mindern so Schuldgefühle, weil man eben Opfer der Liebe ist. Liebesaffären erscheinen heute als bevorzugte Lösung für überforderte und konfliktreiche Partnerschaften. Damit sind Liebesaffären und unbefriedigte Liebessehnsüchte häufige Anlässe für Paarberatungen und erfordern besondere Sorgfalt und Kreativität in der beraterisch-therapeutischen Bearbeitung.

 

In diesem Vertiefungsseminar werden folgende Schwerpunkte gesetzt:

  • Die Paardynamik bei Liebesaffären
  • Paardiagnostik und Paarberatung bei Liebesaffären

  • Spezielle Probleme und Methoden der Paarberatung in Dreiecksbeziehungen

Die Themen werden vom Referenten anhand von Beispielen aus der Weltliteratur, der eigenen paartherapeutischen Praxis und der modernen Paarpsychologie zu einer Psychologie leidenschaftlicher Beziehungen verdichtet.

 

Fallvignetten der Teilnehmenden zur Intervision in Kleingruppen sind erwünscht.

 

Literaturhinweise:

Liebesaffären – Zur Psychologie leidenschaftlicher Beziehungen (Psychosozial-Verlag, 2005) von Wolfgang Hantel-Quitmann

oder

Kapitel 6. Liebesaffären – Zwischen Sicherheit und Sehnsucht, S. 145-175
In: Basiswissen Familienpsychologie, Familien verstehen und helfen (Klett-Cotta 2013) von Wolfgang Hantel-Quitmann

Hantel-Quitmann, Wolfgang, Sehnsucht. Das unstillbare Gefühl. Klett-Cotta. Stuttgart 2011

 

Zielgruppe

Erfahrene Paarberater*innen und Paartherapeuten*innen sowie alle Fachkräfte der psychosozialen Beratung, die sich aus beruflichen oder persönlichen Gründen für das Thema interessieren.



20 Plätze


Mo | 03.06.2019 | 14:30 Uhr - Fr | 07.06.2019 | 12:30 Uhr | 635,00 Euro

Sexualberatung auf der Grundlage des Sexocorporel

am Beispiel des sexuellen Begehrens – Vertiefung und Supervision

 

Das sexuelle Begehren (sB) ist die komplexeste Konstruktion innerhalb der menschlichen Sexualität und unterscheidet sich von vielen anderen Motiven Sexualität zu leben.

Inhalt des Seminars sind Lernschritte, die ein sB als wichtige Ressource gerade in langdauernden Partnerschaften ermöglichen und von zentraler Bedeutung für die Geschlechtsidentität sind.

Theoretische Grundlage ist der Sexocorporel, ein Modell sexueller Gesundheit, das alle physiologischen, emotionalen, kognitiven und Beziehungskomponenten, die das sexuelle Erleben beeinflussen, beinhaltet.

 

 

Ziele sind

  • Lustvolles Erlernen von Theorie und Praxis und (hoffentlich) Bereicherung eigener erotischer Fähigkeiten
  • Verstehen der Grundlagen des Sexocorporel

  • Kennenlernen der verschiedenen Formen des „sexuellen Begehrens“ (sB)

  • Erarbeiten der Logik des Systems und einzelner Etappen des therapeutischen Vorgehens

     

  • Eigenes Erleben der Körperübungen (Einzel- und Partnerübungen)

 

Dieser Workshop thematisiert

Grundlagen:

  • Sexualisierungsprozess (Sexualentwicklung)
  • Unterschiede von Liebes- und sexuellem Begehren

  • Die Komponenten des sB
    Beziehung zum eigenen Körper / Geschlecht
    Fähigkeiten sexuelle Erregung zu genießen (Erregungsmodi)
    Sexuelle Selbstsicherheit
    Erotisieren von Intrusivität und Rezeptivität
    Erotisieren von Distanz/Differenz, Intimität
    Entwickeln von sexuellen Anziehungskodes
    Erotische Kommunikation und Verführung

 

Spezielle Themen zur Vertiefung (Aktuelle Anliegen der Teilnehmenden werden berücksichtigt):

  • Theorie: traumabedingte sexuelle Probleme
     
  • Polyvagaltheorie (Stephen Porges) in Verbindung zum Sexocorporel

     

  • Modifikation der Sexualberatung bei Personen mit Traumaerfahrungen

  • Einführung: Feldenkrais (Bewusstheit durch Bewegung) als Grundlage kreativen Bewegungslernens, sensomotorischer Erfahrungen und Erleben des gegenwärtigen ‚Augenblicks’ (als ‚bottom-up-Regulation’ des autonomen Nervensystems).

     

  • Sexuelle Probleme im Kontext medizinischer Eingriffe / Behandlungen.

 

Didaktische Gestaltung des Workshops

  • Theorievermittlung (PowerPoint-Präsentationen, Videoaufnahmen)
  • Rollenspiele

  • Selbsterfahrung (Körperübungen)

  • Arbeit an Praxisbeispielen von Klient*Innen mit Grenzen bezüglich ihrer Sexualität

  • Arbeit an Fallbeispielen aus der Praxis der Teilnehmenden

 

Literaturangabe:

Wichtige Informationen über das Konzept des Sexocorporel finden Sie auf www.ziss.ch

Die Teilnehmenden erhalten nach dem Kurs digitale Unterlagen zum Sexocorporel.

Buchempfehlung: Melanie Büttner, Sexualität und Trauma, Schattauer-Verlag 2018

 

 

Zielgruppe

Paar- und Sexualtherapeut*innen, Paar-und Sexualberater*innen, Fachkräfte der Institutionellen Beratung und Fachpersonen aus psychotherapeutischen, medizinischen und sozialpädagogischen Bereichen (Angehörige anderer Berufsgruppen nach Rücksprache mit der Seminarleitung).

Das Seminar ist offen für Teilnehmende, die nicht am Einführungskurs zum Sexocorporel teilgenommen haben.




Mi | 19.06.2019 | 14:30 Uhr - Fr | 21.06.2019 | 17:00 Uhr | 390,00 Euro

Modul 4: „Hold me tight!“

Emotionsfokussierte Selbsterfahrung für Paarberater*innen (EFT)

 

Paar-Selbsterfahrung in Emotionsfokussierter Paartherapie und Anwendung des Paargruppenprogramms „Hold me tight“ (Halt mich fest)

 

Zu der bewährten Paartherapiemethode Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT) existiert ein Gruppenprogramm für Paare, „Hold me tight“ (Halt mich fest), das auf denselben Prinzipien aufbaut und in Form von sieben strukturierten Gesprächen, die das Paar miteinander führt, das Paar durch den EFT-Prozess geleitet.

 

In dem Seminar besteht die Möglichkeit für Berater*innen und ihre Partner, diesen Prozess am "eigenen Leibe" zu erleben und dabei zugleich die Kompetenz für die Durchführung derartig Gruppenprogramme im Beratungsstellenkontext oder in der freien Praxis zu erwerben.

 

Im angelsächsischen Bereich wird dieses Gruppenprogramm in breiter Form eingesetzt und teilweise auch mit Paartherapie im üblichen Setting kombiniert.

 

Die Teilnahme setzt voraus, dass Grundkompetenzen in der Emotionsfokussierten Paartherapie erworben wurden.

 

Voraussetzung zur Teilnahme:

  • Die Teilnahme setzt voraus, dass Grundkompetenzen in der Emotionsfokussierten Paartherapie erworben wurden.
  • Anmeldung gemeinsam mit dem eigenen Partner/Partnerin.

 

Im Seminar wechseln sich Plenumsgespräche, in denen die Grundprinzipien des Programms sowie die Anleitungen für das jeweils nächste Gespräch besprochen werden, ab mit Paargesprächen, in denen das Paar jeweils für sich in einem geschützten Rahmen, gegebenenfalls mit Unterstützung durch den Anleiter, den Prozess durchläuft. Die Erfahrungen im Paargespräch werden dann anschließend im Plenum wieder zusammengetragen.

 

Literaturhinweis:

Johnson, Susan: Halt mich fest. Paderborn: Junfermann

 

Zielgruppe

In EFT erfahrene Paarberater*innen mit ihren jeweils aktuellen Partnerin/Partner.

 



18 Plätze


Di | 23.07.2019 | 13:00 Uhr - Fr | 26.07.2019 | 12:30 Uhr | 595,00 Euro

Modul 1: „Praxis der emotionsfokussierten Paartherapie“, Einführung (EFT)

Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT) ist ein in Kanada entwickelter neuartiger Ansatz, mit Paaren zu arbeiten, die sich in schwerwiegenderen Problemen und Krisen befinden. EFT gehört zu den zwei am besten evaluierten Paartherapieansätzen weltweit und ist in Amerika sehr erfolgreich etabliert, in Deutschland aber noch wenig bekannt. Der Ansatz basiert auf der Bindungstheorie und der Sichtweise der Partnerschaft zwischen Erwachsenen als einer Bindungsbeziehung. Daraus ergeben sich ganz spezifische Vorgehensweisen in der Paartherapie und Paarberatung.


Emotionsfokussierte Paarberatung versucht, in einer direkten Arbeit an den Emotionen der Partner die Bindungsbeziehung zwischen den Partnern wieder herzustellen. Der Ansatz verbindet dabei Vorgehensweisen und Haltungen aus der humanistischen Psychologie (Rogers, Gestalt) und dem systemischen Ansatz  mit einem grundlegenden psychodynamisch-bindungsorientierten Verständnis. Die Emotionen und Verhaltensweisen, die Partner im Konflikt zeigen, werden dabei als Oberflächenphänomene betrachtet, hinter denen tiefenpsychologisch betrachtet tiefe Bindungs-Bedürfnisse, Verletzungen und Ängste vor Zurückweisung stehen.

 

EFT versucht, diese primären Emotionen und Bedürfnisse zwischen den Partnern bewusst zu machen und in neuer Form zum Ausdruck zu bringen. Dies gelingt selbst bei Paaren mit schwersten Paarkonflikten, die sich in anderen Verfahren als therapieresistent erweisen. Die Wirkung der Methode ist äußerst nachhaltig und erleichtert Paarberatern die Arbeit selbst mit schwierigen Streitpaaren oder tiefgreifenden Elternkonflikten.

 

Didaktik: Im Seminar soll das Emotionsfokussierte Verständnis der Paarbeziehung vorgestellt und die grundlegenden Interventionsmethoden kennen gelernt und eingeübt werden.

Methodisch werden Theorie-Inputs, Demonstrationssitzungen und -Videos, Rollenspielübungen sowie Selbsterfahrungsübungen eingesetzt.

Das Seminar ist sowohl für Anfänger in EFT als auch für BeraterInnen geeignet, die EFT schon kennengelernt und Erfahrungen gesammelt haben.

 

Literaturhinweise:

Johnson, Susan M. (2009): Praxis der Emotionsfokussierten Paartherapie – Verbindungen herstellen. Junfermann-Verlag. Paderbon

 

Johnson, Susan M. (2014): Liebe macht Sinn, Revolutionäre neue Erkenntnisse über das, was Paare zusammenhält

 

Zielgruppe

Erfahrene Paarberater*innen (EFL) und Paartherapeut*innen, die diese neue Methode kennenlernen wollen, aber auch Erziehungs- und Familienberater*innen (EFB), die ihre Kompetenzen in der Arbeit mit Elternkonflikten verbessern wollen.



20 Plätze


Mi | 07.08.2019 | 14:30 Uhr - Fr | 09.08.2019 | 17:00 Uhr | 380,00 Euro

MSL II – Miteinander Streiten Lernen:

„… Verstehen heißt nicht Einverstanden sein!“

 

Von Seiten der Familienpolitik, wie auch von Seiten der Sozial- und Jugendhilfeplaner*innen vor Ort, wird zunehmend ein Bedarf an Angeboten „Präventiver Partnerschaftsberatung“ angemahnt.

 

In Ergänzung zu dem im katholischen Bereich bereits verbreiteten Programmen EPL („Ein Partnerschaftliches Lernprogramm“) und KEK („Konstruktive Ehekommunikation“) bieten wir Ihnen am EZI mit dem neu entwickelten Programm „Miteinander Sprechen Lernen“ (MSL I) und „Miteinander Streiten Lernen“ (MSL II) zwei Module an, die sowohl in der Paarberatung eingesetzt werden können als auch als Präventionsprogramm für Paargruppen.

 

Die Seminarinhalte basieren auf neusten Erkenntnissen aus Stressforschung, Neurowissenschaften und Bindungstheorie. Sie integrieren Elemente aus der Achtsamkeits- und Commitment Therapie(ACT)ebenso wie aus der in Amerika erfolgreich evaluierten „Emotionsfokussierten Paartherapie (EFT).

  

Ausgehend von dem Modell des „vierohrigen Kommunikators“ von Schulz von Thun et al. werden zunächst die Bedingungen und Hintergründe der vielfältigen Kommunikationsschwierigkeiten und ungewollten Streitereien in Paarbeziehungen analysiert.

 

Mit Hilfe des Achterbahnmodells lernen die Paare auch bis dato unbewusste, eigene Anteile kennen, die zu quälenden Streitereien in der Paarkommunikation führen können. Die Paare lernen so ihre ganz persönlichen „Teufelskreise“ zu identifizieren und schließlich als „gemeinsam Feind der Paarbeziehungsführung“ im Alltag zu bekämpfen und zu verändern.

 

Mit Hilfe der emotionsfokussierten Paararbeit können Paare darüber hinaus allmählich lernen, ihre eigenen hinter der jeweiligen Eskalationsdynamik liegenden Motivlagen und verschütteten Bindungs- und Sicherheitsbedürfnisse wieder zu entdecken.

  

Im Seminar wird hierzu ein praxisorientiertes, siebenstufiges Vorgehen erläutert, dass es den Beratungsfachkräften erlaubt, die Paare schrittweise beim Erkennen, Identifizieren und Verändern ihrer je individuellen Muster wirksam zu unterstützen. Die Partner bekommen zur Erprobungen im Alltag kleine praktische Techniken an die Hand wie beispielsweise: die Anwendung des Pausenknopfs, den Einsatz hilfreicher „innerer Kommentare (sog. HiK’s oder Körperübungen zur Stressreduktion.

 

Im Ergebnis lernen die Paare effizienteres Konfliktmanagement und eine nachhaltige Verbesserung ihrer Streit- und Kommunikationskultur.

  

Didaktik

Kurze Theorieinputs, Life-Demonstration, Videoanalysen und Skulpturarbeit stellen als Teil unseres erlebnisorientierten didaktischen Konzeptes eine abwechslungsreiche, lebendige Lernatmosphäre sicher.

 

Präventionsprogramm für Gruppen: Als Gruppenpräventionsprogramm können die Elemente des Seminars auch zu einer Abfolge von sieben Gesprächsabenden und einem (angeleiteten) Selbsthilfeprogramms für Paare verdichtet werden.
Vgl. hierzu das in deutscher Übersetzung vorliegende Buch von Susan M. Johnson „– Sieben Gespräche zu einem von Liebe erfüllten Leben (Junfernmanverlag: Emotionsfokussierte Therapie in der Praxis; Paderborn 2011).

 

Zielgruppe

 

Berater*innen der Ehe- und Partnerschaftsberatung, der Erziehungs- und Familienberatung; Fachkräfte der Familienbildung und aus Mehrgenerationenhäusern; Paarberater*innen in Freier Praxis sowie Psychologische Psychotherapeut*innen mit Erfahrung in Paartherapie. 



18 Plätze


Di | 17.09.2019 | 14:30 Uhr - Do | 19.09.2019 | 12:30 Uhr | 360,00 Euro

„Wenn die Seele ruhig wird...“

Verzeihen und Versöhnen in (Paar-)Beziehungen

 

Es ist so gut wie unvermeidlich, dass in Liebesbeziehungen, die auf Dauer angelegt sind, die Partner einander verletzen und so ihre Beziehung belasten. Damit geraten beide Partner unweigerlich in gegenseitige Vorwürfe und oft auch in nicht enden wollende Streits.

 

Dies schadet im Laufe der Zeit ihrer Liebe und mündet nicht selten in Trennungen. Ausbleibende Versöhnung erschwert zudem eine kooperative Elternschaft oft über Jahre hinweg und gefährdet das Kindeswohl. Die Fähigkeit zur Aussöhnung ist somit eine zentrale Kompetenz damit Beziehungen auf Dauer attraktiv und beständig bleiben.

 

Sie erfahren, wie Sie professionell und sicher einen Rahmen installieren, welcher dem Paar ermöglicht, erlittene Verletzungen wie sie zum Beispiel durch Außenbeziehungen entstehen als Entwicklungschance zu nutzen.

Sie erhalten ein aufeinander aufbauendes praktisches Vorgehen, mit welchem Sie Schritte zur Versöhnung erfolgreich initiieren und begleiten können.

 

Hierzu werden Ihnen geeignete Interventionsstrategien praxisnah und anschaulich vermittelt, nützliche theoretische „Landkarten“ vorgestellt sowie konkretes therapeutisches Vorgehen demonstriert und eingeübt.

 

Hierzu gehören:

  • Steuerung der Paardynamik im Versöhnungsprozess
  • Methoden zur Aufarbeitung der Paargeschichte
  • Anleitung eines Verletzungsrituals
  • Ausgleich bei schweren Verletzungen
  • Wiederaufbau von Vertrauen
  • Grenzen der Versöhnung

 

Didaktisches Vorgehen:

Theorieinputs, Demonstrationen, Übungen, Video, Fallbearbeitung wechseln sich ab.

 

 

Zielgruppe

Erfahrene Beraterinnen und Berater der Ehe-, Partnerschafts- und Lebensberatung sowie Paartherapeutinnen und Paartherapeuten in Freier Praxis.



18 Plätze


Mo | 23.09.2019 | 13:00 Uhr - Mi | 25.09.2019 | 17:00 Uhr | 390,00 Euro

Liebe, Gewalt und Wahnsinn

Gewalt in familiären Beziehungen

 

Wie können Liebesbeziehungen zu Orten der brutalsten Gewalt werden? Wie kann man das Verhältnis von Liebe und Aggression und die Entstehung von Gewalt in intimen Beziehungen verstehen? Und wie kann man den Menschen aus den wiederkehrenden Spiralen der Gewalt heraushelfen?

Themen des Seminars sind u.a.: Liebe will besitzen – Über den Besitzanspruch der exklusiven Liebe. Liebe kann tödlich sein – über den Zusammenhang von Liebe und Gewalt. Die Formen der Gewalt in Partnerschaften und Familien: Partnergewalt, Kinder als Zeugen partnerschaftlicher Gewalt; Gewalt zwischen Eltern und Kindern; Gewalt von Kindern und Jugendlichen an Eltern; Gewalt zwischen Geschwistern; Gewalt gegen ältere Menschen oder die alten Eltern. Gründe für Gewalt in der Familie. Die vielfältigen Verschiebungen der Aggressionen. Schmerz und die neurobiologische Sicht der Gewaltentstehung. Beschämung, Demütigung und Ausgrenzung. Gewalt in Migrationsfamilien. Die Überwindung der Sprachlosigkeit. Vertiefende Fragen zum Thema.

 

In diesem Seminar werden folgende Schwerpunkte gesetzt:

  • Die verschiedenen Formen der Gewalt in Partnerschaft und Familie und ihre Besonderheiten
  • Zum multiperspektivischen Verständnis der Entstehung von Gewalt

  • Beratung und Therapie bei partnerschaftlicher und familiärer Gewalt

Die Themen werden behandelt anhand von Beispielen aus der Weltliteratur, eigenen Fallbeispielen aus familiengerichtlichen Verfahren, der eigenen paar- und familientherapeutischen Praxis, den Theorien der modernen klinischen Familienpsychologie und nicht zuletzt den Fallvignetten der Teilnehmer/innen.

 

Fallvignetten der Teilnehmenden zur Intervision in Kleingruppen sind erwünscht.

 

Literaturhinweise:

Borst, Ulrike, Lanfranchi, Andrea (Hg. 2011), Liebe und Gewalt in nahen Beziehungen. Therapeutischer Umgang mit einem Dilemma

Hantel-Quitmann, Wolfgang, Liebe, Gewalt und Wahnsinn – Gewalt in intimen Beziehungen, in: Hantel-Quitmann, W., Klinische Familienpsychologie. Familien verstehen und helfen. Klett-Cotta, Stuttgart 2015, Kap. 1, S. 16-40.

 

Zielgruppe

Erfahrene Paarberater*innen und Paartherapeuten*innen sowie alle Fachkräfte der psychosozialen Beratung, die sich aus beruflichen oder persönlichen Gründen für das Thema interessieren.



15 Plätze


Mo | 30.09.2019 | 15:00 Uhr - Fr | 04.10.2019 | 13:00 Uhr | 520,00 Euro

Die Aufträge des Paares verstehen

Schwierige Paare in Anfangs- und Mittelphase

 

Paare in der Krise erteilen der Paarberaterin oder dem Paarberater oftmals widersprüchliche Aufträge, ausgesprochen oder unausgesprochen. Die Partner verstehen nicht, warum der andere sie nicht (mehr) versteht, warum er sich nicht (mehr) so verhält, wie sie es wünschen oder brauchen. Die Verwirrung, in der sie sich befinden, übertragen sie auf die Berater. Nehmen die Berater die Anliegen der Partner ungeprüft an, so ist die Gefahr groß, dass die Berater Unwillen ansammeln oder resignieren. Häufig strengen sie sich auch noch unnötig an und helfen dem Paar trotzdem nicht weiter.

 

Schwerpunkt dieser Fortbildung sind die widersprüchlichen Aufträge, die Paare zu Beginn und in der Mittelphase der Paarberatung an die Beratungsperson richten:

 

  • Verständnis der Atmosphäre und Dynamik, die die Partner beim anderen Partner und im Berater auslösen
  • Verständnis dafür, warum sie sich so und nicht anders verhalten
  • Verständnis dafür, dass die Konfliktlösung, die jeder unternimmt, die Missverständnisse in der Paarbeziehung nicht selten verschärft
  • Verstehen, wovon jeder Partner sich verabschieden sollte, um eine neue Phase der Paarbeziehung antreten zu können. 

Beraterische Methodik sollte Mittel und Wege zur Verfügung stellen, die es erlauben, wirksam und unangestrengt zu arbeiten. Deshalb werden wir u.a.

  • Ziele, Kontrakt und Kontrakthaltung im jeweiligen Einzelfall überprüfen, 
  • lösbare von unlösbaren Aufgaben unterscheiden

 

und Techniken erarbeiten, die in der konkreten Situation

 

  • beim Aushalten von Unterschiede helfen
  • überzeugende Konfrontationen erlauben

  • das Einüben von erwachsener Kommunikation, von Bedürfnis-, Ärger- und Streitmanagement ermöglichen

  • bei gegensätzlichen Lösungsverstellungen der Partner das Lösungspotential jedes einzelnen aktivieren.

 

Die Fortbildung bietet Gelegenheit, Fälle aus der Praxis der Teilnehmer vorzustellen, praktisch zu üben und neues Beraterverhalten auszuprobieren, damit die Arbeit mit Paaren wieder Spaß macht.

 

Zielgruppe

Berater*innen in der Paar- und Lebensberatung, Psychotherapeut*innen in eigener Praxis, die mit Paaren arbeiten.



Dozent(en):Martin Koschorke

18 Plätze