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Fr | 24.03.2017 | 15:00 Uhr - So | 26.03.2017 | 12:30 Uhr | 290,00 Euro

Durchatmen können - Atem und Körper achtsam wahrnehmen – nicht nur in der Beratung

Die Art und Weise, wie ein Mensch atmet, spiegelt seine momentane Befindlichkeit wider und zeigt die Person in ihrer Ganzheit und ihrem Dasein. In unserer atem- und körperorientierten Arbeit (Atem-Körpertherapie nach Prof. Ilse Middendorf) geht es im Wesentlichen darum, dem eigenen Atem zu lauschen, ihn bewusst zu erfahren und zuzulassen. Es geht nicht um das Erlernen einer bestimmten Atemtechnik, sondern der Übende wird in einem Prozess der‚ „leiblichen“ Selbsterfahrung an seinen eigenen Atemrhythmus herangeführt. In der bewussten Wahrnehmung des Körpers und des Atems in Ruhe und Bewegung, kann sich der individuelle Atem zu einer Kraftquelle und Anzeiger der psycho-physischen Befindlichkeit entwickeln. Körperbereiche, die sich der Wahrnehmung entziehen, werden wiedererlebt und erfahren, Blockaden und Verspannungen können sich lösen. Die Seele bekommt Raum.

Der Körper wird dann zu einem wesentlichen „Resonanzkörper“ und Basis für die beraterische Arbeit und die eigene Psychohygiene.

 

Leibliche Übertragung und Gegenübertragung in der Beratungssituation

Gerade durch die atem- und leibzentrierte Eigenerfahrung kann sich der/die BeraterIn/TherapeutIn in einer verbal orientierten Beratungssituation für die leiblichen Ausdrucksphänomene bei KlientInnen sensibilisieren: hält er/sie den Atem an, spannt er/sie die Schultern an, verändert er/sie seine Körperhaltung? etc.

Aber auch die eigenen leiblichen Gegenübertragungsphänomene können für die BeraterInnen eine wichtige Erkenntnisquelle für den Fortgang des Beratungsprozesses sein: wie reagiert mein Atem in einer schwierigen Dialogsituation, verkrampft mein Rücken, haben die Füße keinen Kontakt mehr zum Boden? etc.

Dissonanzen zwischen den verbalen und körperlichen Mitteilungen bei Ratsuchenden wie BeraterInnen können so aufgespürt und erkannt werden.

 

Arbeitsweise

Die übungszentrierte Arbeit in der Gruppe geschieht vorrangig im Sitzen, im Stehen und in der Bewegung (darum möglichst bequeme Bekleidung). Den Teilnehmern/Innen werden Übungen angeboten, mit denen Wahrnehmungs-, Körperempfindungsfähigkeit und Atemerfahrung entwickelt werden. Es wird mit den atemtherapeutischen Prinzipien von Druck und Dehnung, eingesetzten Bewegungsabläufen, Erfahrung von Atembewegungsräumen im Körper und der Arbeit am stimmlichen Ausdruck gearbeitet. Die Teilnehmer/Innen arbeiten dabei für sich, es werden aber auch Übungen zu zweit und in Dreiergruppen angeboten.

Nach den Übungen und Nachspürphasen ist immer wieder Gelegenheit, über die

gemachten psycho-physischen Erfahrungen zu sprechen, das Erlebte zu reflektieren.

 

Zielgruppe

Beraterinnen und Berater aus der Ehe-, Lebens-, Erziehungs-, Familien-, Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung, SeelsorgerInnen, PsychotherapeutInnen.



Dozent(en):Christian Großheim

Mi | 07.06.2017 | 14:30 Uhr - Fr | 09.06.2017 | 13:00 Uhr | 350,00 Euro

„Jetzt und Damals“ - Auseinandersetzung mit der Herkunftsfamilie

Wer im Feld von Beratung, Therapie oder Seelsorge mit Menschen arbeitet, begegnet dabei auch sich selbst. Man wird immer Teil der sich im Arbeitsprozess entwickelnden Dynamiken, man bringt sie unwillkürlich mit hervor, auch wenn man es versteht sie präzise wahrzunehmen. Was genau wirkt in diesem eigenen Anteil? Und wie lässt es sich nutzen, sowohl für das persönliche Wachstum als auch für die damit verbundene Tiefe der eigenen Arbeit?

 

Als Systemaufsteller habe ich dazu drei Thesen: 1. Viele unserer sich heute immer wieder aktualisierenden Dynamiken waren notwendig, um damals in der Herkunftsfamilie heranwachsen zu können, sei es im Mutterleib, als Kind oder als Jugendliche. 2. Sie enthalten genau die Kraft, welche uns damals das Weiterleben ermöglicht hat, selbst wenn sie heute in Gestalt belastender Muster oder Symptome auftreten. 3. Wenn wir körperlich und emotional realisieren, dass wir draußen sind, also der Herkunftsfamilie entwachsen, können wir sie als unsere damalige Leistung anschauen und würdigen. So kommt die in ihnen gebundene Kraft uns und unserer Arbeit zugute. Es wird leichter.

 

Zur Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunftsfamilie nutzen wir die Methode der Aufstellungsarbeit. Mit Hilfe von StellvertreterInnen aus der Runde der Teilnehmenden wird sichtbar und vor allem fühlbar, worum es damals ging und wie heute das Verhältnis dazu ist. Die Aufstellungsarbeit schaut auf die Fakten des eigenen Lebens. Sie verbindet systemische, tiefenpsychologische, hypnotherapeutische, körper- und traumatherapeutische sowie spirituelle Bezüge in einer nüchternen, achtsamen und oft tief berührenden Weise.

                                                                                                                                    

Der Workshop ist als Selbsterfahrungsseminar angelegt, Fallarbeit ist ebenso möglich. Das in den Aufstellungen Erlebte wird je nach Bedarf reflektiert und auf entsprechende theoretische und methodische Einsichten bezogen. Fragen zum Hintergrund der Aufstellungsarbeit sind willkommen.

 

Zielgruppe

PsychologInnen, TherapeutInnen, SupervisorInnen, SeelsorgerInnen, BeraterInnen.



Dozent(en):Thomas Geßner

Do | 15.06.2017 | 11:00 Uhr - Sa | 17.06.2017 | 15:00 Uhr | 290,00 Euro

„Verstehst Du, was ich meine?“ Körpersprache und Stimme im Beratungsprozess bewusst einsetzen

Es ist Dienstagnachmittag, 13:50 Uhr. In Ihrem Terminkalender steht für 14:00 Uhr ein Erstgespräch mit einer Frau F.

Es klopft, eine Frau blickt vorsichtig durch die leicht geöffnete Tür. Mit einer ängstlich, unnatürlich hoch klingenden Stimme sagt sie ihren Namen und fragt, ob sie hier richtig sei. Sie bejahen und bitten F. herein und Platz zu nehmen.

Jetzt geht F. durch die noch immer leicht geöffnete Tür und schließt diese akribisch. Danach wendet sich F. um. Sie ist Ihnen nun zugewandt. Ihre Augen mustern das Beratungszimmer. Schnell, beinahe aufgeregt versucht F. alles um sie herum aufzunehmen, bis sie mit ihrem Blick bei Ihnen landet. F. ordnet ihre Haare, sie wirkt ein wenig fahrig. Sie bieten F. nochmals einen Platz an. F. folgt der Aufforderung hastig. Sie schwitzt…

 

Dieses Beispiel ließe sich beliebig fortführen und konkretisieren. Es soll verdeutlichen, welche Fülle an Informationen uns von der ersten Sekunde der Begegnung mit einem anderen Menschen zur Verfügung steht. Sind wir in der Lage, all diese Informationen zu erkennen? Sind wir in der Lage, diese zu interpretieren?

Wir selbst senden ebenfalls permanent solche Signale durch Mimik, Gestik und Stimmeinsatz aus, die unserem Gegenüber eine Vielzahl von Informationen liefern können.

Können wir unsere eigene Körpersprache und den Einsatz unserer Stimme so beeinflussen, dass wir sie bewusst im Umgang mit anderen Menschen, speziell in einer Beratungssituation, einsetzen können?

 

Die Fortbildung bietet den Teilnehmenden mit Hilfe von praktischen Aufgaben bis hin zu szenischen Übungen die Möglichkeit, eine Aufmerksamkeit für den Ausdruck des eigenen Körpers zu entwickeln.

Es werden darüber hinaus Übungen vermittelt, die dabei helfen, die eigene Stimme zu kontrollieren und bewusster einzusetzen. Außerdem wird die Beobachtungsgabe der Teilnehmenden geschult, u. a. dadurch, dass viele Übungen gegenseitig betrachtet und unter vorher festgelegten Vorgaben ausgewertet werden.

 

Inhalte

 

  • Sammeln von Beispielen aus der Beratungspraxis

  • Diskussion über die Gewichtung verbaler und nonverbaler Kommunikation im Beratungsgespräch

  • Praktische Übungen und Spielaufgaben (eigene Körpersprache bewusst entdecken)

  • Praktische Übungen und Spielaufgaben (Stimme und Artikulation bewusst einsetzen)

  • Beobachtungsaufgaben (verbal Gesehenes erklären und beschreiben, nachspielen)

  • Übertragungsmöglichkeiten des Erarbeiteten in die Praxis aufzeigen

 

Zielgruppe

Supervisorinnen und Supervisoren, Beratende aus Ehe-, Familien,- Erziehungs- und Lebensberatungs-, Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen sowie niedergelassene psychologische und ärztliche Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Seelsorgerinnen und Seelsorger.



Dozent(en):Daniel Graf

Mo | 17.07.2017 | 14:30 Uhr - Mi | 19.07.2017 | 12:30 Uhr | 295,00 Euro

Lust auf Führen … und Folgen?

Kommunikation, Team- und Personalentwicklung mit Methoden des Improvisationstheaters und Tango Argentino

 

In den nächsten vier Jahren bis 2020 müssen in der Institutionellen Beratung bundesweit mehr als 500 Fachkraftstellen neu besetzt werden. Dies bedeutet einen nie dagewesenen Umbruch und Generationenenwechsel in den multiprofessionellen Teams der evangelischen Beratungsstellen. Zugleich eine große Herausforderung für alle Leitungs- und Führungskräfte in Bezug auf die Personalakquise und Teamentwicklung anbelangt.

 

Die Weiterentwicklung der eigenen Kommunikations- und Veränderungskompetenz ist dabei einerseits wichtige Voraussetzung für die Gestaltung erfolgreicher Beratungs-, Supervisions- und Coachingprozesse und andererseits Basis ihrer Führungskompetenz.

Mit Übungen aus dem Improvisationstheater werden Kreativität, Improvisationsfähigkeit und das Vergnügen, sich auf neues Terrain zu begeben, gefördert. Für die Stärkung des kreativen Potenzials als Veränderungskompetenz geht es zunächst um das Verlassen eingefahrener Denk- und Handlungsmuster. Die Perspektive des Clowns ermöglicht, „Fehler“ bei Veränderungsprozessen als Chance zu betrachten und die dabei frei werdende Energie in neue Denk- und Handlungsmuster zu transformieren. Humor ermöglicht mehr Gelassenheit, Souveränität und Freiheit. Selbstvertrauen, Motivation und Zusammenarbeit werden gefördert.

 

Bei Improvisation geht es um Wahrnehmung, Präsenz und im Moment Sein, Beziehung, Empathie und Flexibilität. Das gilt genauso für das Improvisationstheater wie für den Tango.

Im Tango werden keine Schrittsequenzen aus dem Kopf getanzt, sondern alles wird improvisiert. Deshalb ist die Kommunikation und Beziehung im Paar besonders wichtig.

 

Sie experimentieren im Workshop mit der Erfahrung zu führen und geführt zu werden, was sowohl Verantwortung als auch Vertrauen und Hingabe erfordert.

Denn Führen und Folgen im Tango bedeutet nicht, dass der eine dominiert und der andere gehorcht. Vielmehr funktioniert das gemeinsame Improvisieren immer besser, wenn man dem anderen Sicherheit gibt, Vertrauen entgegenbringt und ihn inspiriert. Je besser das Zusammenspiel funktioniert, um so höher ist für beide der Gewinn.

 

Der Workshop dient sowohl dem kreativen Umgang mit eigenen Belastungen als auch der Erhöhung des persönlichen Wohlbefindens durch Neues und Anderes im Ausprobieren und Experimentieren. Gemeinsam wird erarbeitet, wie das Gelernte in die eigene Beratungsarbeit und Leitungstätigkeit integriert werden kann.

 

Ziele des Workshops sind u.a.:

  • Erweiterung des Handlungsrepertoires und der Veränderungskompetenz

  • Improvisationsfähigkeit, Flexibilität und Offenheit

  • Humor als Coping-Strategie

  • ein kreativer Umgang mit dem inneren Kritiker; Toleranz und Fehlerfreundlichkeit

  • Klarheit und Präsenz im eigenen Ausdruck

 

Exkursion (optional):

Am Dienstagabend (ab 20.00 Uhr) Feldexkursion in eine legendäre „Berliner Institution“:

Besuch von „Clärchens Ballhaus“ (seit 1913) in Berlin-Mitte zur Feldbeobachtung inmitten einer Milonga.

 

Zielgruppe

BeraterInnen, SupervisorInnen, SeelsorgerInnen, Führungs- und Leitungskräfte.



Dozent(en):Frauke Nees

Do | 09.11.2017 | 18:00 Uhr - Sa | 11.11.2017 | 17:00 Uhr | 380,00 Euro

Wie sind wir als Paar?

Die Anmeldung erfolgt nur paarweise.

Die Kursgebühr beträgt pro Paar 380,00 EUR.

 

In der Regel verfügen Paar- und FamilientherapeutInnen und BeraterInnen über Selbsterfahrung als Individuen, sei es in der Gruppe, sei es in Einzeltherapie oder in beidem. Seltener haben sie eine solche Erfahrung gemeinsam mit ihren LebenspartnerInnen gemacht. Das Seminar richtet sich daher an gegen- oder gleichgeschlechtliche Paare, von denen eine/r oder beide in diesem Kontext beraterisch tätig sind und eine solche Paar-Selbsterfahrung in der Gruppe nachholen wollen.

 

Der Schwerpunkt des Seminars wird bei der Erforschung der jeweils eigenen Paardynamik im Gruppenprozess liegen. Was ist das besondere Band unserer Beziehung, wo liegen unsere konstruktiven Anteile, wo gibt es Unsicherheiten, nach welchem Muster agieren wir für-, mit- und gegeneinander, was delegieren wir an die/den andere/n, welche frühkindlichen und familiären Einflüsse prägen uns, was ist das lebendige Potential unserer Partnerschaft, worauf können wir bauen? Solche und ähnliche Fragen werden die TeilnehmerInnen gemeinsam bearbeiten.

 

Neben der Selbsterfahrung bietet das Gruppengeschehen zusätzlich einen unmittelbar erlebbaren Einblick in unterschiedliche Paar-Realitäten, was unerwartete Öffnungen bewirken kann. Darüber hinaus dürfte eine Sensibilisierung für die eigene Beziehungsdynamik vor allem mögliche Gegenübertragungsprobleme in der eigenen Beratungsarbeit transparenter machen und somit die Einfühlung in Klientenpaare und das Verständnis für ihre Konflikte erhöhen sowie eine größere Sicherheit im Umgang mit ihnen vermitteln.

 

Die Arbeit der TeilnehmerInnen in der Gruppe wird dabei in Abhängigkeit von den sich entwickelnden Themen ggf. unterstützt durch Rollenspiele, Phantasiereisen, Fragebogen u. a. Methoden.

Gegen Ende des Seminars erfolgt eine Reflexion der gemeinsamen Erfahrungen sowie der Methode der Paargruppenarbeit.

 

Zielgruppe

Paar- und FamilienberaterInnen, TherapeutInnen, SeelsorgerInnen, die über ihre Paarbeziehung gemeinsam mit ihrer/m Partnerin nachdenken möchten.



Dozent(en):Marina Gambaroff

8 freie Plätze