Fr
20.09.2019
11:00 Uhr
Preis: 330,0000 €
Plätze: 18
Im richtigen Geschlecht ankommen?

Psychosoziale Beratung mit trans*Personen und ihre Angehörigen

Gendernonkonforme, genderqueere und transgeschlechtliche Personen (kurz trans*) teilen in dieser Gesellschaft die Erfahrung, dass die Zuschreibungen, die aufgrund ihres Körpergeschlechts an sie gerichtet werden, nicht ihrer Geschlechtsidentität entsprechen. Da das Geschlecht jedoch in allen sozialen Beziehungen immer wieder angesprochen und mit Erwartungen ausgefüllt wird, stehen trans* Personen vor erheblichen Herausforderungen wie dem Umgang mit Gewalt, Diskriminierungen, Nicht-Anerkennung. Trans* Personen müssen ihren Lebensweg immer wieder auch gegen erhebliche Widerstände gehen und einen Umgang mit Barrieren erarbeiten. Das führt zu biografischen Belastungen und macht es notwendig, spezifische Ressourcen zu entwickeln.

Die Ausgestaltungsweisen von Geschlechtsidentität(-en) und Genderpräsentation(-en) einer Person überschneiden sich mit weiteren lebensweltlichen Merkmalen wie sozioökonomischen Status, Gesundheit, Behinderung, Herkunft etc. Dementsprechend ist die Berücksichtigung der Erfahrungen einer Person mit der je individuellen Positionierung in Bezug auf ihre unterschiedlichen Zugehörigkeiten entscheidend für ein Verständnis ihrer Erfahrungen und Umgangsmöglichkeiten damit.

In der Beratung haben trans* Klient*innen aufgrund ihrer gesellschaftlichen Positionierung spezifische Versorgungsbedürfnisse. Damit erfordert die beraterische Begleitung dieser Menschen ein Wissen hinsichtlich rechtlicher, psychosozialer und medizinischer Umgangsweisen mit dem Thema, Selbstreflexion der Berater*innen hinsichtlich der Bedeutung von Geschlecht und Möglichkeiten der Geschlechtspräsentation, sowie eine Beziehungsgestaltung, in der die Berater*innen bereit sind, sich auf Unsicherheiten einzulassen und scheinbare Selbstverständlichkeiten in Frage zu stellen oder in Frage stellen zu lassen.

Themen dieser Fortbildung sind die Auseinandersetzung mit der Vielfalt von Geschlecht und die beratende Begleitung von trans* Klient*innen, ganz gleich, ob es sich um ratsuchende Erwachsene, Paare, Familien oder Kinder und Jugendliche handelt. Neben einem Einblick in die rechtliche und medizinische Dimension und besonders die hier jeweils anstehenden Veränderungen geht es um die Vermittlung von Lebensweltwissen sowie die Selbstreflexion und praktische Arbeit zum Thema. Bei Bedarf können gern Fallsupervision angeboten und seelsorgerische Aspekte bearbeitet werden.

 

Zielgruppe

Familienbezogenes Fachpersonal, Beratende der Lebens-, Paar-, Familien- und Erziehungsberatung, Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie seelsorglich Tätige.


Do
26.09.2019
11:00 Uhr
Preis: 270,0000 €
Plätze: 14
Arbeit und Symptom.

Gesundheit, Krankheit und das Unbewusste: Symptom- und Fallaufstellungen.

Wenn Krankheitssymptome die Arbeitsfähigkeit, das Weiterleben oder auch nur das Wohlbefinden bedrohen, will man sie verständlicherweise bald wieder loswerden. „Gehabte Schmerzen hab ich gern“, heißt ein altes Wort dazu. Unsere Zeit erlebt Krankheit und ihre Symptome vor allem als Störung. Sie tut viel dafür, solche „Störungen“ zu beseitigen und das Funktionieren wieder herzustellen. Makelloses physisches und psychisches „Funktionieren“ hält sie gern für Gesundheit.


Die Schmerzen unserer Krankheitssymptome zeigen jedoch nicht nur „gestörtes Funktionieren“ an, sondern auch ungelebtes, ungefühltes und ungesehenes Leben. Sie verweisen auf unser Unbewusstes. Es gestaltet unser Leben nach seinen inneren Notwendigkeiten, ohne dass wir darauf viel Einfluss hätten. Manchmal fordert es mittels Symptombildungen und Krankheit unsere Aufmerksamkeit, wenn seine Impulse anders nicht bis in unsere Wahrnehmung durchdringen.

 

Meine These lautet: In unseren Symptombildungen geht es um die innere Balance zwischen Überleben und Wachsen. Unser Überlebenstrieb, etwa die unbewusste Liebe zur Umgebung (zu dem, was „man“ tut oder nicht tut) und unser Wachstumstrieb, etwa die unbewusste Liebe zur eigenen Lebendigkeit (das, was in mir leben will) verhandeln ein neues Gleichgewicht. Sie wollen ein Dasein, das besser zu unserem aktuellen „Jetzt“ passt als zu unserem früheren „Damals“, wie es im Mutterleib, während der Kindheit oder der Jugend war. Anders gesagt: Symptome vertreten eine innere Lebensbewegung, deren Vollzug gerade ansteht. Sie scheinen damit unserer seelischen Vollständigkeit zu dienen, einer umfassenderen Art von Gesundheit: unserem „Ganzsein“.

 

In diesem Workshop arbeiten wir mit Symptom-Aufstellungen sowie mit Fall-Aufstellungen in der Perspektive vom Lebens-Integrations-Prozess nach Wilfried Nelles und von Thomas Geßners Anschauungen zur Symbiose und dem Unbewussten (siehe Buch). Wir fragen unsere Symptome, wohin sie führen und was sie von uns wollen, welche Bewegung des inneren Lebens also jeweils von ihnen repräsentiert wird. Wir achten auf den Unterschied zwischen der realen Gegenwart und jenen inneren Echos aus Überlebensmustern der Vergangenheit, für die Symptombildungen oft stehen. Wir werden dabei ihren seelischen Auftraggebern begegnen. Darin unterstützen, begleiten und erweitern wir aus der Perspektive der menschlichen Seele heraus auch die lebensrettende Arbeit der Medizin.

 

Aktuelles Buch: Wie wir lieben. Und was wir alles aus Liebe tun oder vermeiden. Innenweltverlag Köln, 2018. Edition Neue Psychologie, 227 S., ISBN 978-3-942502-88-7.

www.gessner-aufstellungen.de

 

Zielgruppe

Psycholog*innen, Therapeut*innen, Supervisor*innen, Seelsorger*innen, Berater*innen.


Mo
07.10.2019
15:00 Uhr
Preis: 340,0000 €
Einerseits und andererseits

Wie können innere Zwiespältigkeit und Widersprüchlichkeit (Ambivalenz) als Chance und Reichtum in der Beratung genutzt werden?

 

In vielen Lebenslagen, vor allem in Krisen, reagieren Menschen mit inneren Zwiespältigkeiten (Ambivalenzen), mit widersprüchlichen Gefühlen, Gedanken und Impulsen gleichzeitig. Die inneren Zwiespältigkeiten werden verstärkt durch die Komplexität unserer spätmodernen Lebens- und Arbeitswelten; sie verlangen von uns, dass wir ständig oszillieren zwischen verschiedenen Rollen und Teilidentitäten. Lange hat man gemeint, man müsste solche Zwiespältigkeiten zugunsten von Eindeutigkeit auflösen und überwinden, müsste sich klar entscheiden, müsste eine deutlich profilierte Identität entwickeln. Ein neuer Blick auf das Phänomen Ambivalenz zeigt jedoch etwas anderes: Ambivalenzen bilden eine Vielfalt, einen inneren Reichtum ab, den man produktiv nutzen kann; Beratung kann dazu anleiten.


Das Seminar soll grundlegende Informationen zu psychologischen und soziologischen Konzepten von Ambivalenz vermitteln; in Fallbesprechungen / Rollenspielen und Selbsterfahrung sollen die Chancen, die darin liegen, entdeckt und für die Beratung fruchtbar gemacht werden.


Zielgruppe

Beratende aus der Ehe-, Familien- und Lebensberatung, sowie Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung, Seelsorger*innen, niedergelassene Psychotherapeut*innen.