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Gehe zu Veranstaltungen im: Oktober | November
Mo | 07.10.2019 | 15:00 Uhr - Fr | 11.10.2019 | 12:30 Uhr | 340,00 Euro

Einerseits und andererseits

Wie können innere Zwiespältigkeit und Widersprüchlichkeit (Ambivalenz) als Chance und Reichtum in der Beratung genutzt werden?

 

In vielen Lebenslagen, vor allem in Krisen, reagieren Menschen mit inneren Zwiespältigkeiten (Ambivalenzen), mit widersprüchlichen Gefühlen, Gedanken und Impulsen gleichzeitig. Die inneren Zwiespältigkeiten werden verstärkt durch die Komplexität unserer spätmodernen Lebens- und Arbeitswelten; sie verlangen von uns, dass wir ständig oszillieren zwischen verschiedenen Rollen und Teilidentitäten. Lange hat man gemeint, man müsste solche Zwiespältigkeiten zugunsten von Eindeutigkeit auflösen und überwinden, müsste sich klar entscheiden, müsste eine deutlich profilierte Identität entwickeln. Ein neuer Blick auf das Phänomen Ambivalenz zeigt jedoch etwas anderes: Ambivalenzen bilden eine Vielfalt, einen inneren Reichtum ab, den man produktiv nutzen kann; Beratung kann dazu anleiten.


Das Seminar soll grundlegende Informationen zu psychologischen und soziologischen Konzepten von Ambivalenz vermitteln; in Fallbesprechungen / Rollenspielen und Selbsterfahrung sollen die Chancen, die darin liegen, entdeckt und für die Beratung fruchtbar gemacht werden.


Zielgruppe

Beratende aus der Ehe-, Familien- und Lebensberatung, sowie Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung, Seelsorger*innen, niedergelassene Psychotherapeut*innen.



18 Plätze


Mo | 04.11.2019 | 11:00 Uhr - Di | 05.11.2019 | 17:00 Uhr | 330,00 Euro

Fortbildung Vertrauliche Geburt

Seit dem 01.05.2014 gibt es das Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt. Es soll sowohl dem Wunsch der Mutter in Krisensituation, ihr Kind anonym zur Welt zu bringen, als auch dem Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Herkunft entsprochen werden. Laut Gesetz wird das Verfahren durch die staatlich anerkannten Schwangerschaftsberatungsstellen durchgeführt. Für die Beratungsstellen stellt dies eine neue, erweiterte Aufgabe dar, die eine gute Vernetzung mit unterschiedlichen Berufsgruppen erforderlich macht.

 

Schwerpunkte der Fortbildung:

  • Rechtliche Hintergründe und Auswirkungen
  • Verfahrensfragen

  • Adoption und anonyme Kindsabgabe

  • Netzwerk und Kooperationen

  • Fallbesprechung

 

Zielgruppe

Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen



Dozent(en):Cornelia Weller

18 Plätze


Mo | 25.11.2019 | 11:00 Uhr - Di | 26.11.2019 | 17:00 Uhr | 280,00 Euro

Wenn das Trauma seinen Schatten wirft - Ansätze einer traumasensiblen und bindungsstärkenden Schwangerenberatung

Mit einer Prävalenz von 20 - 30 % hat jede dritte bis fünfte Frau sexuelle Gewalterfahrungen
im Kindesalter erfahren. Zudem gibt es viele Frauen, die (auch) im Erwachsenenalter sexuelle Übergriffe erleiden mussten. Ein Großteil dieser Frauen sucht auch die Schwangerenberatung auf, oft jedoch aufgrund anderer Fragestellungen oder Probleme, denn die zentralen Bewältigungsmechanismen Dissoziation, Verleugnung und Verdrängung halten bei vielen Frauen teilweise langfristig an. Nicht selten sorgt aber ein Auslöser - Triggerreiz - dafür, unterdrückte Empfindungen und Erinnerungen unerwartet wieder ins Bewusstsein zu rufen und eine Krise auszulösen. Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit bieten für diese Frauen oft eine ganze Reihe an möglichen Triggerreizen.
Außerdem erfolgt in dieser Lebensphase häufig die Auseinandersetzung mit den lebenslaufbezogenen Erfahrungen in Sexualität, Emotionalität und Beziehungen. Das sexuelle Trauma als biografieprägendes Ereignis kann den Prozess des Mutterwerdens durch Störungen in den aufgeführten Bereichen beeinflussen. Einhergehende Traumareaktionen haben zudem Auswirkungen auf den Beziehungsaufbau zwischen Mutter und Kind.
Für Frauen mit sexualisierter Gewalterfahrung ist es notwendig, dass sie sich in der Schwangerschaft mit ihren Erfahrungen und Ängsten an jemanden wenden können und für die Phase rund um die Geburt eine Stabilität (wieder)erlangen.

Inhalte

  • Aspekte eines Traumas wie Triggerreize und Flashbacks
  • Auswirkungen (früher) sexueller Gewalterfahrung auf das Erleben von Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit

  • Die Beeinflussung (früher) sexueller Gewalterfahrung auf das Wahrnehmen des Fötus und Reaktionen auf die Bedürfnisse des Neugeborenen

  • Übungen zum Sicheren Ort und zur Container- Technik

Ziele
Mit dieser Fortbildung werden Kenntnisse und Methoden für eine traumasensible und bindungsstärkende Beratung werdender Mütter erlangt. Sie können den betroffenen Frauen Informationen über das Trauma und das mögliche Erleben der körperlichen Veränderungen in Schwangerschaft, unter der Geburt und in der Stillzeit geben. Mit der Frau eruieren sie mögliche Triggerreize und erarbeiten gemeinsam Strategien für einen Umgang mit diesen. Bei Bedarf begleiten und unterstützen sie den Beziehungsaufbau zwischen Mutter und Kind.

 

Zielgruppe
Berater*innen aus der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung sowie Ehe-, Paar-, Lebens- und Erziehungsberatung.



Dozent(en):Melanie Klaus

16 Plätze