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Gehe zu Veranstaltungen im: September | Dezember
Do | 13.09.2018 | 11:00 Uhr - Fr | 14.09.2018 | 17:00 Uhr | 300,00 Euro

Voll ins Leben …

Begleitung und Beratung werdender und junger Eltern in der Schwangerenberatung

 

Voll Hoffnung, voll Zweifel, voller Befürchtungen, voll der Erwartung, voller Sorge, voll Freude …? Wer werdende Eltern begleitet und berät, erlebt intensive und sensible Entwicklungsmomente mit. In diesem Seminar beschäftigen wir uns mit Möglichkeiten der Begleitung und Beratung im Rahmen der Schwangerenberatung mit besonderem Schwerpunkt auf die Entwicklung der frühen Eltern-Kind-Beziehung vor dem Hintergrund der persönlichen und partnerschaftlichen Entwicklungsbedingungen. Wir richten den professionellen Blick auf die elterliche Bezogenheit zu ihrem ungeborenen und neugeborenen Kind, die sich sowohl in der Vorstellungswelt als auch in der Gestaltung der frühen Interaktionen mit dem Baby zeigt. Neue Rollen im Familiensystem und Erfahrungen aus der Familiengeschichte bekommen in dieser Lebensphase eine besondere Bedeutung für die entstehende oder sich weiter entwickelnde Identität als Mutter und Vater. Anhand von Fallbeispielen, die gerne auch aus der eigenen Praxis eingebracht werden können, bearbeiten wir, was Mütter und Väter brauchen, um auch bei Verunsicherungen und emotionaler Stressbelastung mit ihrem Baby in Kontakt zu kommen, seine Bedürfnisse feinfühlig wahrzunehmen und zu beantworten und sich auf seine Interessen, Stimmungen und Gefühlslagen einzulassen. Zugleich wird es darum gehen, wie wir als professionelle Begleiter mit den inneren Bildern der Eltern in Kontakt kommen und auf sehr emotionale und verletzliche (werdende) Eltern eingehen können, um diesen Mut, Orientierung und Beistand zu geben. Es werden explorative Methoden (Interviewfragen, Gesprächsführung, Beobachtung) und konkrete Beobachtungskriterien zur Einschätzung der Eltern-Kind-Interaktion (Videobeispiele) vorgestellt und im kollegialen Austausch mögliche Interventionsansätze reflektiert, die Selbstwahrnehmung, Einfühlungsvermögen, Intuition und feinfühliges Verhalten von Müttern und Vätern stärken.

 

Arbeitsweise

Die Arbeitsweise ist praxisorientiert und verbindet Informationsvermittlung und gemeinsame Reflektion mit Rollenspielen und Videodemonstrationen. Es wird ausreichend Zeit sein, an Beispielen und Erfahrungen der Teilnehmenden zu arbeiten.

 

Zielgruppe

Mitarbeiter*innen von Schwangeren- , Erziehungs- oder Familienberatungsstellen sowie Jugendhilfeträgern (Sozialpädagogische Familienhilfe, Frühe Hilfen o. ä.), Familienhebammen.



Dozent(en):Dr. Gabriele Koch

18 Plätze


Mo | 10.12.2018 | 11:00 Uhr - Di | 11.12.2018 | 17:00 Uhr | 280,00 Euro

Wenn das Trauma seinen Schatten wirft

Ansätze einer traumasensiblen und bindungsstärkenden Schwangerenberatung

 

Mit einer Prävalenz von 20 - 30 % hat jede dritte bis fünfte Frau sexuelle Gewalterfahrungen im Kindesalter erfahren. Zudem gibt es viele Frauen, die (auch) im Erwachsenenalter sexuelle Übergriffe erleiden mussten. Ein Großteil dieser Frauen sucht auch die Schwangerenberatung auf, oft jedoch aufgrund anderer Fragestellungen oder Probleme, denn die zentralen Bewältigungsmechanismen Dissoziation, Verleugnung und Verdrängung halten bei vielen Frauen teilweise langfristig an. Nicht selten sorgt aber ein Auslöser - Triggerreiz - dafür, unterdrückte Empfindungen und Erinnerungen unerwartet wieder ins Bewusstsein zu rufen und eine Krise auszulösen. Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit bieten für diese Frauen oft eine ganze Reihe an möglichen Triggerreizen.
Außerdem erfolgt in dieser Lebensphase häufig die Auseinandersetzung mit den lebenslaufbezogenen Erfahrungen in Sexualität, Emotionalität und Beziehungen. Das sexuelle Trauma als biografieprägendes Ereignis kann den Prozess des Mutterwerdens durch Störungen in den aufgeführten Bereichen beeinflussen. Einhergehende Traumareaktionen haben zudem Auswirkungen auf den Beziehungsaufbau zwischen Mutter und Kind.
Für Frauen mit sexualisierter Gewalterfahrung ist es notwendig, dass sie sich in der Schwangerschaft mit ihren Erfahrungen und Ängsten an jemanden wenden können und für die Phase rund um die Geburt eine Stabilität (wieder)erlangen.

 

Inhalte

  • Aspekte eines Traumas wie Triggerreize und Flashbacks

  • Auswirkungen (früher) sexueller Gewalterfahrung auf das Erleben von Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit

  • Die Beeinflussung (früher) sexueller Gewalterfahrung auf das Wahrnehmen des Fötus und Reaktionen auf die Bedürfnisse des Neugeborenen

  • Übungen zum Sicheren Ort und zur Container- Technik

Ziele

Mit dieser Fortbildung werden Kenntnisse und Methoden für eine traumasensible und bindungsstärkende Beratung werdender Mütter erlangt. Sie können den betroffenen Frauen Informationen über das Trauma und das mögliche Erleben der körperlichen Veränderungen in Schwangerschaft, unter der Geburt und in der Stillzeit geben. Mit der Frau eruieren sie mögliche Triggerreize und erarbeiten gemeinsam Strategien für einen Umgang mit diesen. Bei Bedarf begleiten und unterstützen sie den Beziehungsaufbau zwischen Mutter und Kind.

 

Zielgruppe
Berater*innen aus der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung sowie Ehe-, Paar-, Lebens- und Erziehungsberatung.



Dozent(en):Melanie Klaus

16 Plätze