Veranstaltungen

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Gehe zu Veranstaltungen im: Oktober | März | Juni
Fr | 07.10.2016 | 11:00 Uhr - Sa | 08.10.2016 | 17:00 Uhr | 230,00 Euro

Wenn sexuell traumatisierte Frauen Mütter werden

Ansätze einer traumasensiblen und bindungsstärkenden Beratung

Mit einer Prävalenz von 20 – 30 % hat jede dritte bis fünfte Frau sexuelle Gewalterfahrungen im Kindesalter erfahren. Zudem gibt es viele Frauen, die (auch) im Erwachsenenalter sexuelle Übergriffe erleiden mussten. Ein Großteil dieser Frauen sucht auch die Schwangerenberatung auf, oft jedoch aufgrund anderer Fragestellungen oder Probleme. Denn die zentralen Bewältigungsmechanismen Dissoziation, Verleugnung und Verdrängung halten bei vielen Frauen teilweise langfristig an. Nicht selten sorgt aber ein Auslöser – Triggerreiz – dafür, unterdrückte Empfindungen und Erinnerungen unerwartet wieder ins Bewusstsein zu rufen und eine Krise auszulösen. Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit bieten für diese Frauen oft eine ganze Reihe an möglichen Triggerreizen.
Außerdem erfolgt in dieser Lebensphase häufig die Auseinandersetzung mit den lebenslaufbezogenen Erfahrungen in Sexualität, Emotionalität und Beziehungen. Das sexuelle Trauma als biografieprägendes Ereignis kann den Prozess des Mutterwerdens durch Störungen in den aufgeführten Bereichen beeinflussen. Einhergehende Traumareaktionen haben zudem Auswirkungen auf den Beziehungsaufbau zwischen Mutter und Kind.
Für Frauen mit sexualisierter Gewalterfahrung ist es notwendig, dass sie sich in der Schwangerschaft mit ihren Erfahrungen und Ängsten an jemanden wenden können und für die Phase rund um die Geburt eine Stabilität (wieder)erlangen.

Inhalte

  • Aspekte eines Traumas wie Triggerreize und Flashbacks
  • Auswirkungen (früher) sexueller Gewalterfahrung auf das Erleben von Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit
  • Die Beeinflussung (früher) sexueller Gewalterfahrung auf das Wahrnehmen des Fötus und Reaktionen auf die Bedürfnisse des Neugeborenen
  • Übungen zum Sicheren Ort und zur Container- Technik

Ziele
Mit dieser Fortbildung werden Kenntnisse und Methoden für eine traumasensible und bindungsstärkende Beratung werdender Mütter erlangt. Sie können den betroffenen Frauen Informationen über das Trauma und das mögliche Erleben der körperlichen Veränderungen in Schwangerschaft, unter der Geburt und in der Stillzeit geben. Mit der Frau eruieren sie mögliche Triggerreize und erarbeiten gemeinsam Strategien für einen Umgang mit diesen. Bei Bedarf begleiten und unterstützen sie den Beziehungsaufbau zwischen Mutter und Kind.

Zielgruppe
BeraterInnen aus der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung sowie Ehe-, Paar- , Lebens- und Erziehungsberatung.



Dozent(en):Melanie Klaus

16 Plätze


Mo | 06.03.2017 | 14:00 Uhr - Mi | 08.03.2017 | 13:00 Uhr | 295,00 Euro

„So hatte ich mir das nicht vorgestellt“ - Professionelle Beratung in postpartalen Krisen

Obwohl schätzungsweise 10 – 20% aller Mütter von postpartalen psychischen Erkrankungen und nahezu 80% von einer kurzzeitigen Krise nach der Geburt ihres Kindes betroffen sind, findet dieses Thema bislang noch zu wenig Eingang in die professionelle Beratung von Müttern/Vätern oder Familien.

Dabei hat die Erkrankung, wenn sie rechtzeitig erkannt wird, eine sehr gute Prognose. Somit lässt sie sich zumeist auch ambulant gut behandeln und kann so allen Beteiligten doch noch zu einem guten Start ins Familienleben verhelfen.

 

In der zweitägigen Fortbildung werden grundlegende Informationen über postpartale Erkrankungsbilder, deren Ursachen und Behandlungsformen sowie entsprechende psychosoziale Handlungskompetenzen, vor allem im Umgang mit den betroffenen Müttern und Vätern vermittelt.

Überdies werden konkrete Möglichkeiten der Prävention vorgestellt.

 

Arbeitsweise

Informationsvermittlung

Selbstreflexion

Erfahrungsaustausch

Kleingruppenarbeit

 

Zielgruppe

MitarbeiterInnen von Schwangeren- , Erziehungs- oder Familienberatungsstellen sowie Jugendhilfeträgern (Sozialpädagogische Familienhilfe, Frühe Hilfen o. ä.)



16 Plätze


Mo | 26.06.2017 | 15:00 Uhr - Mi | 28.06.2017 | 12:30 Uhr | 290,00 Euro

Frühe Hilfen für auffällige Babys und ihre Eltern

Interaktionsberatung mit Eltern undKleinkindern

 

Konzept

Wie in der Musik durch Rhythmus, Klang, Dynamik und Form, Vorstellungen und Empfindungen transportiert werden, so ist auch die frühe Kommunikation zwischen Eltern und Kind von "musikalischen" Elementen geprägt. Über die Klangfarbe der Stimme, den Rhythmus der Bewegungen, die Dynamik und Form der Handlungen vermitteln Eltern ihrem Kind präverbale Botschaften, die das kleine Kind aufnimmt und darauf reagiert. Ein gelungenes Beziehungsgeschehen zwischen Eltern und Kind ist dadurch gekennzeichnet, dass die "Musik", die sie miteinander spielen, aufeinander abgestimmt ist. Kleine Kinder nehmen, entsprechend ihrem Entwicklungsalter, Ereignisse auf sensorischer Ebene wahr, passen sich in ihrem Verhalten dem affektiven Niveau ihrer Eltern an und teilen sich nichtsprachlich mit. Viele Eltern erleben sich oft als hilflos und überfordert, sie sind häufig selbst sehr bedürftig und psychisch belastet und "verstehen" ihre Kinder nicht. Es kommt zu sich wiederholenden Missverständnissen. Gemeinsame spielerische Abstimmungsprozesse sind immer seltener oder sind vollständig unterbrochen. Ist der emotionale Austausch zwischen Eltern und Kind gestört, können z. B. unstillbares Schreien, übermäßiger Trotz oder Bindungsunsicherheit eine Folge sein.

 

Um Dysregulationen des frühen Gefühlsaustausches möglichst rechtzeitig zu unterbrechen, hat sich in den letzten Jahren ein eigenständiges therapeutisch-beraterisches Konzept entwickelt, in dem Eltern besonders in den ersten Lebensjahren ihres Kindes (gemeinsamen Spiel mit ihrem Kind) für die kommunikativen Wünsche und Bedürfnisse ihres Kindes sensibilisiert werden.

 

Inhalt

In diesem Workshop beschäftigen wir uns mit folgenden thematischen Schwerpunkten:

  • Sensibilisierung der Eltern für Signale der Kinder

  • Frühe Eltern-Kind-Beziehung

  • Merkmale gelungener affektiver Kommunikation

  • Besonderheiten der Eltern-Kind-Beratung und der „Frühen Hilfen“

  • Therapeutische Interventionen bei frühen Interaktionsstörungen

  • Die Rolle des Beraters und spezifische Übertragungs- Gegenübertragungs-
    konstellationen im Eltern-Kind-Setting

Arbeitsweise

Die Arbeitsweise ist praxisorientiert und verbindet Informationsvermittlung und gemeinsame Reflektion mit Rollenspielen und Videodemonstrationen. Es wird ausreichend Zeit sein, an Beispielen und Erfahrungen der Teilnehmenden zu arbeiten.

 

Zielgruppe

Fachkräfte der Ehe-, Familien-, Lebens-, Erziehungs- und Jugendberatung sowie Absolventen des IFB-Curriculums niedergelassene PsychotherapeutInnen und Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen.



Dozent(en):Bärbel Derksen

18 Plätze